Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl kommt Schwarz-Gelb in der Sonntagsfrage des aktuellen ARD-Deutschlandtrends wieder auf eine eigene Mehrheit. Zusammen erreichen Union und FDP demnach 47 Prozent – erstmals wieder seit 2009. SPD , Grüne und Linkspartei kommen zusammen nur auf 46 Prozent.

Während die Unionsparteien CDU und CSU in der Umfrage wie in der Vorwoche 42 Prozent schaffen, legt die FDP um einen Punkt auf fünf Prozent zu und meistert damit den Einzug in den Bundestag. Die SPD steigert sich im Trend ebenfalls um einen Punkt auf 26 Prozent, die Grünen büßen aber einen Punkt ein und landen nun bei 13 Prozent. Die Linkspartei stagniert bei sieben Prozent.

Ganz anders das Bild im ZDF-Politbarometer : In der von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführten Umfrage kommen Union und FDP nur auf 45 Prozent, die Oppositionsparteien zusammen auf 48. Während Schwarz-Gelb hier verliert, verbessert sich Rot-Grün. Die Union rutscht einen Prozentpunkt ab und landet bei 40. Die SPD legt um einen Punkt auf 27 Prozent zu, die Grünen verbessern sich auf 14 Prozent. Linke und FDP verharren bei sieben beziehungsweise fünf Prozent.

Merkel deutlich vor Steinbrück

Der ARD-Deutschlandtrend stellt fest, dass die Zufriedenheit mit der Bundesregierung trotz ihres Verhaltens in der Spähaffäre und im Debakel um das Drohnen-Projekt der Bundeswehr so hoch ist wie noch nie, seit die Erhebung 1997 erstmals die Wähler befragte. 52 Prozent der Bundesbürger äußerten sich zufrieden mit ihrer Regierung, das sind neun Prozentpunkte mehr als im Mai. Unzufrieden äußern sich 47 Prozent, also neun Punkte weniger als vor zwei Monaten. Mehrheitlich positiv bewertet wurde eine Bundesregierung zuletzt im August 2000 (51 Prozent), nachdem Rot-Grün den Atomausstieg verabschiedet hatte.

Im Politbarometer behauptet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen großen Vorsprung vor SPD-Herausforderer Peer Steinbrück, wenn es um die Frage geht, wer der nächste Regierungschef sein soll. Allerdings verkleinerte sich der Abstand. Nach 62 Prozent im Juli wollen Merkel jetzt 60 Prozent als Kanzlerin. 31 Prozent (im Juli 29 Prozent) sprechen sich für Steinbrück aus.

Anders sieht es im Deutschlandtrend aus: Bei einer Kanzler-Direktwahl würden sich zwar auch 60 Prozent für Merkel entscheiden, allerdings wäre das ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. 28 Prozent würden hier Steinbrück bevorzugen.

Rösler löst Gabriel ab

Die Liste der beliebtesten Parteipolitiker führt im Deutschlandtrend weiterhin Angela Merkel an. Mit ihrer Arbeit waren wie im Vormonat 67 Prozent der Deutschen zufrieden. Auf dem zweiten Platz folgte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit einer Zustimmung von 64 Prozent (plus fünf).

Platz drei belegte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), mit deren Arbeit 55 Prozent der Deutschen zufrieden sind (plus sechs). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gewann im Vergleich zum Vormonat drei Punkte hinzu, lag aber mit einer Zustimmung von 35 Prozent weiter deutlich hinter Kanzlerin Merkel. Laut Politbarometer gehört Sigmar Gabriel (SPD) erstmals nicht mehr zu den zehn wichtigsten Politikern. Philipp Rösler (FDP) findet sich stattdessen wieder auf der Liste.

NSA und Drohnen kein Wahlkampfthema

Der durch die Drohnen-Beschaffung der Bundeswehr unter Druck geratene Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) verlor im Deutschlandtrend erneut an Zustimmung und erreichte nur noch 34 Prozent (minus drei). Laut der Umfrage ist inzwischen fast jeder zweite Deutsche (42 Prozent) für einen Rücktritt des Ministers. Im Juni hatte sich nur jeder Dritte (33 Prozent) dafür ausgesprochen. Das Politbarometer kommt zu einem anderen Ergebnis. Hier spricht sich nur ein Drittel für einen Rücktritt aus, 58 Prozent lehnen ihn ab. Sowohl die Drohnen-Beschaffung als auch die NSA-Datenaffäre seien kein geeignetes Wahlkampfthema für die SPD, heißt es weiter.

Für die Sonntagsfrage des Deutschlandtrends waren von Infratest dimap von Montag bis Mittwoch bundesweit 1.503 Wahlberechtigte befragt worden. Die Interviews für das Politbarometer wurden in der Zeit vom 30. Juli bis 1. August 2013 bei 1.340 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Bei Umfragen kann die Fehlertoleranz bei drei Prozentpunkten liegen.