Die Mehrheit der Bundesbürger ist gegen ein militärisches Eingreifen des Westens in Syrien . Laut ZDF- Politbarometer lehnen 58 Prozent der Deutschen einen Militärschlag ab, 33 Prozent sind dafür. Neun Prozent gaben an, sie wüssten nicht, was die richtige Entscheidung ist. Die Einschätzung werde von Anhängern aller politischer Parteien geteilt.

Sollte es zu einer Militäraktion unter Führung der USA kommen, sind nach der Befragung 41 Prozent der Meinung, Deutschland sollte sich daran finanziell und mit Material beteiligen. 55 Prozent sprachen sich gegen eine solche deutsche Unterstützung eines Militärangriffs aus. Vier Prozent wissen nicht, ob sich Deutschland beteiligen sollte. Befragt wurden 1.348 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

Nach Berichten über Chemiewaffeneinsätze im Großraum der syrischen Hauptstadt Damaskus beraten derzeit mehrere westliche Staaten, darunter die USA , Großbritannien und Frankreich , über eine Militärintervention in dem Land. Bei den Angriffen am 21. August sollen nach Angaben der syrischen Opposition mehr als 1.300 Menschen getötet worden sein.

Bundesregierung schließt Unterstützung nicht aus

Die Bundesregierung positioniert sich klar auf Seiten der westlichen Verbündeten. Der Einsatz von Giftgas gegen die syrische Zivilbevölkerung ist laut einer Erklärung von Regierungssprecher Steffen Seibert inzwischen hinreichend belegt und macht "eine internationale Reaktion unabdingbar".

Seibert sagte weiter: "Das syrische Regime darf nicht hoffen, diese Art der völkerrechtswidrigen Kriegsführung ungestraft fortsetzen zu können." Eine Beteiligung der Bundeswehr an Kampfeinsätzen ist nicht zu erwarten, unterstützende Einsätze sind jedoch nicht ausgeschlossen.

SPD und Grüne warnten vor jeder Beteiligung ohne vorherigen UN-Beschluss. Zunächst müsse der Bericht der UN-Inspekteure zum Einsatz von Chemiewaffen abgewartet werden, dann müsse der Sicherheitsrat darüber beraten, sagte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück . Dennoch müsse es eine Reaktion auf den Chemiewaffeneinsatz in Syrien geben, den er als "schwere Völkerrechtsverletzung" bezeichnete.