Karamba Diaby heißt der erste von zwei aus Afrika stammenden Bundestagsabgeordneten. Der 51-jährige Halleneser SPD-Politiker ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und promovierter Chemiker und Geoökologe. Diaby stammt aus dem Senegal und kam mit 24 Jahren zum Studium in die damalige DDR. Seit 2009 sitzt er in Halle im Stadtrat. Ins Parlament kommt er über die Landesliste. Seine 23,3 Prozent bei den Erststimmen reichten nicht für das Direktmandat.

Die erste CDU-Politikerin mit türkischen Wurzeln im Bundestag heißt Cemile Giousouf. Ihre Eltern stammen aus Griechenland und gehören dort der der türkischen Minderheit an. Cemile Giousouf wurde vor 35 Jahren in Leverkusen geboren. Die Politikwissenschaftlerin und bekennende Muslima begann ihre politische Karriere als Kommunalpolitikerin in Aachen. Dort war auch ihr Förderer aktiv, Nordrhein-Westfalens früherer Integrationsminister Armin Laschet.

Einst TV-Kommissar – jetzt für die CDU im Bundestag: Charles M. Huber © Fredrik von Erichsen/dpa

Er war der Assistent in der ZDF-Krimiserie "Der Alte" – nun ist Charles M. Huber über die Landesliste in Hessen für die CDU in den Bundestag eingezogen. Bei den Erststimmen hatte Huber keine Chance. Er musste gegen die Exjustizministerin Brigitte Zypries antreten – und verlor.

Gescheitert an drei Stimmen: Die SPD-Politikerin Petra Hinz ist die Kandidatin, die den Einzug ins Parlament am knappsten verpasst hat. Im Wahlkreis 102, Essen II, verlor sie gegen Matthias Hauer von der CDU. Mit seinen 59.039 Stimmen schafft Hauer, was kaum für möglich gehalten wurde. Erstmals seit 1983 gewann ein Christdemokrat den sonst von der SPD dominierten Wahlkreis. Dennoch zieht Hinz ins Parlament ein: über die Landesliste.

Wer war der beste aus dem Kabinett? Verkehrsminister Peter Ramsauer! In Traunstein holte der CSU-Mann satte 62,6 Prozent. Deutlich besser als die Kanzlerin, die in ihrem Wahlkreis 56,2 Prozent erreichte – und damit das zweitstärkste Ergebnis der Regierungsmitglieder erreichte.

Das ist allerdings noch gar nichts gegen Franz-Josef Holzenkamp. Er erzielte das beste Resultat aller Wahlkreiskandidaten – und das nicht in Bayern, sondern in Niedersachsen. Im katholischen Cloppenburg-Vechta holte der CDU-Politiker 66,3 Prozent der Stimmen. Beim besten CSU-Kandidaten reichte es nur zu 65,8 Prozent.

Müntefering raus, Müntefering rein

1935 geboren – und mit 77 Jahren der älteste Bundestagsabgeordneter: Heinz Riesenhuber © Arne Dedert/dpa

Der älteste Bundestagsabgeordnete ist 77 Jahre alt. Heinz Riesenhuber von der CDU wurde am 1. Dezember 1935 geboren. Riesenhuber saß schon mit Helmut Kohl im Parlament und wird als Alterspräsident die konstituierende Sitzung des Parlaments bei der Wahl des Bundestagspräsidenten und seiner Stellvertreter leiten.

Deutschland wählte schwarz. Viel mehr als ein paar rote Farbtupfer sind auf der Landkarte nicht mehr zu sehen. Doch es gibt sie noch, die richtig roten Wahlkreise. Der Sozialdemokrat Joachim Poß holte einen von ihnen: Gelsenkirchen. Mit seinen 50,5 Prozent erreichte er das beste Ergebnis aller SPD-Kandidaten.

Michelle Müntefering mit ihrem Mann, dem früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, auf einer Veranstaltung in Bochum © Rolf Vennenbernd/dpa

Müntefering tritt ab, Müntefering zieht ins Parlament: Michelle, die Ehefrau von Ex-SPD-Chef Franz Müntefering, gewann im sozialdemokratischen Ruhrpott ihren Wahlkreis Herne-Bochum II – mit 48,6 Prozent. Die 33-Jährige und ihr 73-jähriger Ehemann geben sich im Bundestag damit quasi die Klinke in die Hand. Während sie zum ersten Mal ins Parlament einzieht, war er seit 1975 durchgehend Abgeordneter. Dieses Mal trat er jedoch nicht mehr an.

Wer, wenn nicht er? Hans-Christian Ströbele  hat für die Grünen das einzige Direktmandat geholt. In Friedrichshain-Kreuzberg gewann er zum vierten Mal in Folge. Der 74-Jährige büßte aber Stimmen ein. Er erhielt 39,9 Prozent der Erststimmen – weniger als vor vier Jahren.