CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat einer Kooperation mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) eine Absage erteilt. "Jede Spekulation über eine Tolerierung durch oder eine Zusammenarbeit mit der AfD ist völlig absurd und entbehrt jeder Grundlage", sagte er. Mit Euro-Gegnern "kann und wird es keine Zusammenarbeit geben".

AfD-Parteichef Bernd Lucke hatte eine Kooperation mit der Union unter Bedingungen für möglich erklärt. Er machte das von einem europapolitischen Kurswechsel abhängig. Die AfD sei bereit, "mit jeder demokratischen Partei zusammenzuarbeiten, wenn die sich grundlegend von der Euro-Rettungspolitik abwendet", sagte der AfD-Chef in der ARD . Allerdings rechne er nach der Wahl eher mit einem neuen Rettungspaket für Griechenland oder mit einem weiteren Schuldenschnitt – was den Zielen der AfD widerspricht.

Die Opposition hatte CDU-Chefin Angela Merkel aufgefordert, Position dazu zu beziehen. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann verlangte, eine Zusammenarbeit mit der AfD eindeutig auszuschließen. "Die Wähler haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, ob Frau Merkel mit einer rechtspopulistischen Partei kooperieren würde", sagte er.

Auch Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin forderte Merkel auf, sich klar von der Partei abzugrenzen.      

Linken-Parteichef Bernd Riexinger sagte Handelsblatt Online , er halte ein Bündnis von Union, FDP und AfD für eine "reale Möglichkeit". Bei Sozialabbau und Rentenkürzung passe "kein Blatt" zwischen diese Parteien.

Die AfD steht bei Umfragen zwischen drei und vier Prozent. Allerdings gilt ihr Potenzial aus Sicht der Demoskopen als schwer einschätzbar. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte am Mittwoch dem Stern , 22 Prozent der Deutschen würden einen Einzug der AfD in den Bundestag begrüßen.