Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Tag nach ihrem Wahlsieg ein erstes Gespräch mit SPD-Chef Sigmar Gabriel geführt. Weitere Kontakte seien möglich, sagte die CDU-Chefin während einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus.

Sie wolle zunächst den von der SPD geplanten Parteikonvent abwarten. Darum habe sie SPD-Chef Sigmar Gabriel gebeten. Auf dem Treffen wollen die Sozialdemokraten ihr Vorgehen nach der Wahl vom Sonntag beraten. Der linke Flügel der Partei strebt allerdings schon jetzt in die Opposition.

Merkel lehnt eine von SPD oder Grünen tolerierte Minderheitsregierung ab. "Deutschland braucht eine stabile Regierung", betonte sie mehrfach während der 40-minütigen Veranstaltung.    

Fragen nach inhaltlichen Schnittmengen und Abgrenzungen zu SPD und Grünen wich sie aus. "Über rote Linien spreche ich heute nicht. Das hat ja keinen Sinn", sagte sie. Rechnerisch denkbar ist eine schwarz-grüne Koalition, wobei dafür inhaltlich größere Kompromisse nötig sind. Und die CSU hat sich bereits dagegen ausgesprochen. Es gebe in der Parteispitze "überhaupt keine Bereitschaft" für ein Bündnis mit den Grünen, sagte Parteichef Horst Seehofer. "Ich habe heute niemanden gehört, der mich aufgefordert hätte, mit den Grünen zu reden."

Befragt nach dem Beinahe-Einzug der eurokritischen AfD, sagte Merkel, ihre Partei müsse die Wählerwanderung sorgfältig analysieren. Insbesondere über das starke Abschneiden der Partei in den ostdeutschen Bundesländern müsse man sprechen.

Sie betonte jedoch mehrfach, die CDU wolle ihre Europapolitik wie bisher fortsetzen. Es gebe da aus Sicht der Union keinen Änderungsbedarf.