Die alte und neue Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) sagte zum Wahlergebnis: "Wir können uns heute alle freuen, das ist ein super Ergebnis. Ich darf den Wählerinnen und Wählern versprechen: Wir werden damit verantwortungsvoll und sorgsam umgehen."

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück räumte seine Niederlage ein und sagte: "Wir haben nicht das Ergebnis erzielt, das wir wollten." Er wolle nicht über mögliche Koalitionen spekulieren. "Der Ball liegt im Spielfeld von Frau Merkel."

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis ihrer Partei bei der Bundestagswahl. "Wir hätten uns auf Bundesebene natürlich einen höheren Zuwachs gewünscht", sagte Nahles . Die CDU habe die Wahl gewonnen. Nun müsse man abwarten, was Bundeskanzlerin Angela Merkel daraus mache. "Wir machen heute Abend keine Koalitionen fest", sagte Nahles mit Blick auf ein mögliches Regierungsbündnis mit der Union. Das müssten zunächst die Gremien der SPD entscheiden.

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel sagte: "Ja, wir haben zugelegt. Aber wir hatten mehr erwartet."

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte: "Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns vorgestellt haben. Aber die Tendenz geht nach oben." Die eindutige Siegerin des Abends sei jedoch Angela Merkel. 

FDP-Chef Philipp Rösler zeigte sich erschüttert über das vermutliche Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag und deutete seinen Rücktritt an. "Das ist die bitterste, die traurigste Stunde in der Geschichte dieser Freien Demokratischen Partei", sagte Rösler . Es sei ihm trotz einiger Erfolge bei Landtagswahlen nicht gelungen, einen Aufbruch auch für die Bundestagswahl zu erzeugen. "Deshalb werde ich persönlich natürlich auch politisch dafür die notwendige Verantwortung übernehmen."

FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle sagte: "Das ist das schlechteste Ergebnis, das wir bislang mit der FDP erreicht haben." Über persönliche Konsequenzen sprach der FDP-Vize nicht direkt. "Das ist nicht das Ende der Partei. Es wird schwieriger, aber die Arbeit wird weitergehen", sagte Brüderle .

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Christian Lindner sagte: "Es ist ohne Zweifel die bitterste Stunde für die Liberalen seit Jahrzehnten." Offensichtlich habe es viele Enttäuschungen bei den Wählern über die Arbeit der FDP in der Regierung und den Stil des Auftretens gegeben. "Ich bin aber sicher, dass es in unserem Land viele liberal denkende Menschen gibt, die im Prinzip eine Partei wollen, die seriös in der Wirtschaftspolitik ist und die andererseits auch für eine tolerante Gesellschaft steht", sagte er. Die FDP habe starke Landtagsfraktionen und eine starke Basis. 

Jürgen Trittin , Spitzenkandidat der Grünen , sagte: "Wir haben verloren und unser Ziel nicht erreicht." Das Ziel sei eine  rot-grüne Mehrheit gewesen. Alle kleinen Parteien hätten verloren. Zu möglichen Koalitionen sagte er: "Wir sprechen mit allen demokratischen Parteien". Gespräche mit der AfD schloss er aus. Zu seiner eigenen Zukunft wollte er sich nicht äußern: "Wir werden gemeinsam analysieren was wir falsch gemacht haben, aber nicht am Wahlabend."

Katrin Göring-Eckardt , ebenfalls Spitzenkandidatin der Grünen, sagte: "Das wird eine schwere Zeit für uns." Sie sei aber zuversichtlich für die Zukunft, weil es eine harte Analyse der Niederlage geben werde und weil die Partei stark sei. 

Der Grünen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour nannte das Ergebnis seiner Partei "zutiefst enttäuschend". Eine Fehleranalyse sei nötig. "Wir müssen dringend darüber reden, was wir falsch gemacht haben."

Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) sagte: "Die Strategie der Bundesgrünen war falsch." Sie hätten im Wahlkampf nicht konsequent auf den erfolgreichen grünen Markenkern Energiewende und ökologisches Wirtschaften gesetzt. "Stattdessen hat man versucht, die SPD links zu überholen." Das habe Mittelstand und gesellschaftliche Mitte verunsichert und abgeschreckt.

Grünen-Geschäftsführerin Steffi Lemke äußerte sich ablehnend hinsichtlich einer schwarz-grünen Koalition: "Die Politik, die Angela Merkel in den letzten Jahren vertreten hat, für die stehen wir nicht zur Verfügung."

CDU-Vize Armin Laschet wertete das Ergebnis als Regierungsauftrag für Kanzlerin Angela Merkel. "Die Deutschen wollen, dass sie vier Jahre weiter regiert", sagte Laschet , der auch CDU-Chef in Nordrhein-Westfalen ist. Das Ergebnis sei "in erster Linie Anerkennung für die Arbeit von Angela Merkel". Laschet lobte den zurückhaltenden Kurs der Parteivorsitzenden in den vergangenen Wochen ohne starke Angriffe auf den politischen Gegner: "Der Wahlkampf war richtig, die Themen waren richtig, und die Zukunftsidee war richtig."

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Ursula von Leyen sagte zum starken Abschneiden der Union: "Wir freuen uns irre." Ein solches Resultat habe es "seit 20 Jahren nicht mehr gegeben". "Wir haben einen überwältigenden Regierungsauftrag", sagte von der Leyen weiter. Mit Blick auf das Ergebnis für den Koalitionspartner FDP fügte die Bundesarbeitsministerin hinzu, es müsse "in Ruhe" abgewartet werden, "wie sich die Zahlen weiterentwickeln". "Wir hoffen, dass die FDP es noch schafft", sagte von der Leyen.

Der Parteichef der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke , sprach nach den ersten Hochrechnungen von einem "ganz starken Ergebnis". "Wir haben die Demokratie in Deutschland reicher gemacht", sagte er am Sonntagabend vor jubelnden Anhängern in Berlin . Er hoffe auf den Einzug in den Bundestag. "Aber auch 4,9 Prozent wären ein großartiger Erfolg", sagte er. 

Linken-Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi freute sich über das Ergebnis: "Wer hätte 1990 gedacht, dass diese Partei die drittstärkste politische Kraft der Bundesrepublik Deutschland werden würde? Das haben wir geschafft."

Der Bundesvorsitzende der Piraten, Bernd Schlömer , sagte zum Scheitern der Piratenpartei an der Fünf-Prozent-Hürde: "Wir müssen überlegen, ob unsere Positionen verständlich sind." Die Partei müsse ihr Programm überdenken.