In der SPD gewöhnt man sich langsam an den Gedanken, eine schwarz-rote Bundesregierung zu formen. Für den Fall, dass es so weit kommt, werden Bedingungen formuliert.

Nicht verhandelbar seien etwa die von der SPD geforderte Erhöhung der Einnahmen für Kommunen und Länder, sagte der baden-württembergische Bundesratsminister Peter Friedrich (SPD). Gesprächen mit der CDU werde sich die Partei nicht verweigern, sagt Friedrich. "Aber es gibt keinen Automatismus hin zu einer Großen Koalition. Wir müssen das Maximum auf den Tisch legen, Mindestlohn und Abschaffung Betreuungsgeld reichen da nicht", sagte Friedrich. Bürgerversicherung, die Energiewende und eine Neuausrichtung der Europapolitik seien nach wie vor Themen, von denen die SPD nicht abrücken wolle.

Auch die Anzahl der Ministerposten spielt eine Rolle. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs , verlangte im Fall eines Bündnisses die Hälfte der Ministerposten für seine Partei. Wenn die Union mit der SPD etwas anfangen möchte, müsse sie zur Kenntnis nehmen: "Es geht nur mit Verhandlungen auf Augenhöhe". Er empfehle der CDU jedoch die Zusammenarbeit mit den Grünen . "Wir wollen keine Große Koalition", sagte Kahrs.

Als zentrale Forderungen nannte der SPD-Politiker die Einführung eines Mindestlohns, Maßnahmen gegen Missbrauch bei Leih- und Zeitarbeit, die Gleichstellung Homosexueller, eine Mietpreisbremse, die doppelte Staatsbürgerschaft und eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes.

Die SPD will am Freitag auf einem Parteikonvent in Berlin die Konsequenzen aus ihrem 25,7-Prozent-Ergebnis beraten. Nach der Bundestagswahl ist rechnerisch sowohl eine Große Koalition als auch ein schwarz-grünes Bündnis möglich. Die Union hatte knapp die absolute Mehrheit verpasst. Rot-Rot-Grün hat eine Mehrheit, die SPD-Spitze aber eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgeschlossen.