Im Bistum Limburg ist man nach der Kritik an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst um Schadensbegrenzung bemüht: Kirchengemeinde und Steuerzahler müssen sich keine Sorgen machen. Die 31 Millionen Euro teure Bischofsresidenz sei "aus Eigenmitteln" finanziert worden. Also nicht aus Kirchensteuern oder anderen öffentlichen Abgaben, sondern vom sogenannten Bischöflichen Stuhl.    

Worum handelt es sich dabei? Die katholische Kirche verfügt neben den veröffentlichten Etats über weiteres Vermögen, das allein dem jeweiligen Bischof untersteht. Doch was genau steckt hinter diesen "Eigenmitteln"? Über wie viel Vermögen verfügen die deutschen Bistümer wirklich?  

Antworten auf diese Fragen sind nicht leicht zu bekommen. Kein Außenstehender kenne die genauen Zahlen, sagt Carsten Frerk. Der kirchenkritische Politikwissenschaftler hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Vermögen der katholischen Kirche auseinandergesetzt. 2010 erschien sein Werk Violettbuch Kirchenfinanzen. "Bis heute stößt man auf eine Mauer des Schweigens, wenn man nach den Vermögenswerten aus dem Bischöflichen Stühlen fragt", sagt Frerk.

"Mauer des Schweigens"

Vorgeblich ist das Bistum Limburg sogar um Transparenz bemüht. Auf seiner Website gibt es einen Eintrag vom 29. August 2012, der sich dem Thema Bischöflicher Stuhl widmet. Der Grund: "häufige Anfragen". Konkretes zu den Fragen, wie hoch das Vermögen aus dieser Einrichtung ist und woraus es sich genau zusammensetzt, erfährt man hier allerdings nicht.  

Und dazu gibt es auch keine Veranlassung: Da dieses Vermögen nicht aus öffentlichen Geldern besteht, braucht die Kirche auch keine Rechenschaft darüber abzulegen. Es handelt sich dabei meist um historisch gewachsenes Vermögen, das wenig transparent in Immobilien, Banken oder Unternehmen investiert ist.   

Das Grundkapiatal der Diözese Limburg stammt noch aus dem Jahr 1827. Der Herzog von Nassau habe diese mit "Vermögenswerten ausgestattet", heißt es auf der Website des Bistums. Man kann aber davon ausgehen, dass mittlerweile weitere Vermögenswerte, beispielsweise Erbschaften, ein Weinberg oder Schenkungen, dazugekommen sind.