Brigitte Pothmer, die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, hat Edward Snowden für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Mit seinen Enthüllungen über die Spionagetätigkeiten der NSA habe der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Snowden Deutschland und der Welt einen großen Dienst erwiesen, schreibt die Abgeordnete in einem Brief an das Auswärtige Amt, der ZEIT ONLINE vorliegt. 

"Snowdens Enthüllungen können helfen, die massenhaften Bürgerrechtsverletzungen aufzuklären und dazu beitragen, dass die Regierenden in Deutschland sich auf ihre Aufgabe zur Wahrung der Verfassung und zum Schutz von Daten und Privatsphäre einsetzen", so Pothmer.

Das Bundesverdienstkreuz wird an In- und Ausländer für hervorragende politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen für Deutschland verliehen. Diese sieht Pothmer bei Snowden eindeutig gegeben: "Als Whistleblower hat sich der ehemalige CIA- und NSA-Mitarbeiter unter Inkaufnahme schwerwiegender persönlicher Konsequenzen – wie z.B. dem Verlust seiner Heimat und der drohenden Strafverfolgung durch USA-Behörden – in besonderer Weise für die Demokratie und die Bürgerrechte in unserem Land eingesetzt."

Pothmers Vorschlag liegt nun beim Auswärtigen Amt. Das prüft die Nominierung von Ausländern. Der Bundespräsident stützt seine Entscheidung auf den Rat des Auswärtigen Amtes und verleiht den Orden. Er ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Jeder kann eine Verleihung anregen.