Die CDU hat eine Großspende in Höhe von insgesamt 690.000 Euro von Großaktionären des Autoherstellers BMW erhalten. Den Angaben der Bundestagsverwaltung zufolge gingen der CDU je 230.000 Euro von Johanna Quandt und ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten am neunten Oktober zu. Die Quandts zählen zu den reichsten Familien in Deutschland.

Parteispenden in dieser Größenordnung sind nicht ungewöhnlich. Johanna Quandt und ihre Kinder hatten etwa zuletzt 2009 der CDU insgesamt 450.000 Euro gespendet. Die jetzige Großspende fällt zeitlich allerdings mit dem Streit um die neuen Abgasnormen für Autos in der EU zusammen. Die Bundesregierung hatte sich in Brüssel dafür eingesetzt, die Grenzwerte für die CO2-Normen aufzuweichen. Betroffen von den neuen Abgasnormen sind in erster Linie die Hersteller von Oberklasselimousinen.

Die Linke kritisierte deshalb die nun bekannt gewordene Spende. Der stellvertretende Chef der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, bezeichnete es als "krassesten Fall von gekaufter Politik seit langem". Für ihn sei auch "ein parlamentarisches Nachspiel denkbar", sagte Ernst der Leipziger Volkszeitung. Ernst forderte ein völliges Verbot von Parteispenden aus der Wirtschaft und von Verbänden.

Von der CDU wurde darauf verwiesen, dass man selbst die Meldung beim Bundestag gemacht habe. Die Familie Quandt gehöre seit vielen Jahren zu den wichtigen Unterstützern der CDU. Stefan Quandt ist mit 17,4 Prozent an dem Autokonzern beteiligt, Johanna Quandt mit 16,7 Prozent und Susanne Klatten mit 12,6 Prozent.