Den Arbeitgebern würde eine solche Reform nicht gefallen. Auf die Union als Verbündete können die Unternehmen aber möglicherweise nicht hoffen, denn auch CDU und CSU haben bei den Gesundheitsfinanzen ein Herzensanliegen. Es betrifft die private Krankenversicherung (PKV). Hier gibt es teilweise enorme Beitragssteigerungen, die viele privat Versicherte in finanzielle Not bringen. Der Notlagentarif, in den Versicherte wechseln können, wenn sie die Prämien nicht mehr zahlen können, bedeutet eine auf ein Minimum reduzierte medizinische Versorgung.

CDU/CSU wollen, dass Versicherte ihre Altersrückstellungen bei einem Versicherungswechsel innerhalb der PKV mitnehmen können. Bei privaten Kassen sparen Versicherte Geld fürs Alter an, wenn meist mehr und teurere medizinische Behandlungen notwendig sind. Bislang dürfen Altkunden ihre Altersrückstellungen nicht mitnehmen. Das macht einen Versicherungswechsel in der Regel unmöglich.  

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, weist vorsorglich darauf hin, dass laut einer Allensbach-Studie vom Januar die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Gesundheitswesen so hoch sei wie nie zuvor. "Radikale Reformen sind also unnötig, im Gegenteil, sie würden ein insgesamt gut funktionierendes System gefährden", sagte er ZEIT ONLINE.

Wechsel von privat zu gesetzlich

Das zielt unter anderem auf die Pläne der SPD. Deren Gesundheitspolitikerin Carola Reimann kritisierte kürzlich, die fehlende Wechseloption aus der privaten Krankenkasse sei aus Verbraucherschutzperspektive unhaltbar. Die SPD möchte die Rückkehr von der PKV in die GKV erlauben. Zumindest einen Teil ihrer Altersrückstellungen sollen die Versicherten dann mitnehmen dürfen. Diese könnten in den Gesundheitsfonds fließen. Ihre Zustimmung zu den Unionsplänen werden sich die Sozialdemokraten jedenfalls teuer abkaufen lassen.