Die ehemalige Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat auf eine Kandidatur als Bundestagsvizepräsidentin verzichtet und damit eine Kampfabstimmung gegen die ehemalige Parteivorsitzende Claudia Roth verhindert. Sie wolle nicht antreten, sagte Künast in einer Fraktionssitzung der Grünen, berichteten mehrere Teilnehmer. "Die Welt wartet nicht auf diese Abstimmung", wurde Künast zitiert.

In der folgenden Abstimmung wurde Roth von den Grünen ohne Gegenkandidatin mit 54 Stimmen als Vizepräsidentin des Bundestags nominiert. Bisher saß Katrin Göring-Eckardt auf diesem Posten, sie wurde inzwischen neben Anton Hofreiter zur neuen Fraktionschefin gewählt. Der Streit um die Nominierung für das Amt hat innerhalb der Fraktion heftige Auseinandersetzungen ausgelöst, die bei einer Sitzung am Montagabend eskaliert sein sollen.

Roth soll damit Stellvertreterin von Norbert Lammert (CDU) werden, den die Union bereits erneut als Bundestagspräsidenten nominiert hat. Die Nominierung für das Präsidium des Bundestages steht bei der SPD noch aus.