Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter hat Zweifel an der Stabilität einer schwarz-roten Koalition über die gesamte Legislaturperiode angemeldet. "Wir meinen, die Große Koalition bleibt auf kleinster gemeinsamer Ebene stehen", sagte sie nachdem sich Schwarz-Rot auf das gemeinsame Bündnis geeinigt hatte. Sie könne sich nicht vorstellen, wie Union und SPD vier Jahre erfolgreich durchhalten könnten.

"Die Kohle soll subventioniert werden", kritisierte Peter. "Beim Klimaschutz rollt die Große Koalition die Fahne ein." Statt für kleine Leute etwas zu erreichen, sollten große Vermögen gesichert werden. In der Flüchtlingspolitik reihe sich eine Leerstelle an die andere, etwa was einen besseren Zugang nach Europa oder Erleichterungen für Syrer betreffe.

Auch die Linkspartei kritisierte die Einigung von Schwarz-Rot. Die Parteivorsitzende Katja Kipping und der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi legten eine Mängelliste vor. Positiv wird darauf nur angerechnet, dass eine Frauenquote in Aufsichtsräten beschlossen wurde. Eine Reihe von Minuspunkten gibt es hingegen in Sachen Steuergerechtigkeit, Pflege und Gesundheit oder Waffenexporte.

Gysi nannte es "eine Frechheit", dass nicht die Allgemeinheit für die Anhebung der Renten für ältere Mütter zur Kasse gebeten werde, sondern allein die Beitragszahler. Ein Facharbeiter müsse über seine Rentenbeiträge für die Mütter aufkommen, ein Beamter oder Bundestagsabgeordneter aber nicht: "Das kann man niemandem erklären", sagte Gysi, zumal alle Frauen mit vor 1992 geborenen Kindern von der Anhebung profitierten.