Eine klare Mehrheit des Parteirats der hessischen Grünen hat für Koalitionsgespräche mit der CDU gestimmt. "Wir haben eine sehr intensive Debatte geführt", sagte der Grünen-Landesvorsitzende Tarek Al-Wazir nach dem kleinen Parteitag in Frankfurt am Main. Insgesamt sprachen sich nach seinen Angaben 51 Mitglieder für und sechs gegen Verhandlungen mit der CDU aus. 

Die CDU hatte am Freitag den Grünen offiziell die Aufnahme von Verhandlungen für eine schwarz-grüne Landesregierung angeboten. Dabei kündigten sie Zugeständnisse beim Streitthema Fluglärm an. Am Frankfurter Flughafen wird über eine weiteres Terminal nachgedacht, viele Bürger sind gegen die Ausbaupläne und werden von den Grünen im Prinzip unterstützt. Sollten sich die beiden Parteien einigen, wäre dies das erste schwarz-grüne Bündnis in einem deutschen Flächenland. Am 21. Dezember soll ein Parteitag der Grünen über das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen abstimmen.

Im hessischen Landtag hätte Schwarz-Grün 61 von 110 Stimmen. Ein rechnerisch ebenfalls mögliches Bündnis aus SPD, Grünen und Linken war an Differenzen zwischen den Parteien gescheitert.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, dass eine schwarz-grüne Koalition in Hessen habe keine Auswirkungen auf die Koalitionsverhandlungen im Bund habe. "Das hat für die aktuelle Frage einer großen Koalition keine Konsequenz", sagte sie der Bild am Sonntag. Die hessische CDU mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier hatte auch Sondierungsgespräche mit der SPD geführt, sich aber gegen eine große Koalition entschieden.