Der frühere Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist wegen Steuerhinterziehung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Augsburg entschied aber, das Verfahren wegen des Vorwurfs der Bestechung des damaligen Rüstungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls (CSU) wegen Verjährung einzustellen.

Schreiber gilt als Schlüsselfigur der CDU-Parteispendenaffäre, in der er in den 1980er und neunziger Jahren eine zentrale Rolle gespielt haben soll. Die Staatsanwaltschaft forderte zehn Jahre und drei Monate Haft für den 79-Jährigen, die Verteidigung einen Freispruch.

Eine frühere Verurteilung zu acht Jahren Haft in einem ersten Prozess im Jahr 2010 hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben. Das Urteil war wegen Rechtsfehlern aufgehoben und das Verfahren zur Neuauflage zurück nach Augsburg verwiesen worden.

Schreiber gilt als ehemals enger Vertrauter von Franz Josef Strauß. Nach ersten Hausdurchsuchungen floh er 1995 nach Kanada. Nach langen juristischen Auseinandersetzungen wurde Schreiber 2009 nach Deutschland ausgeliefert.