Union und SPD wollen in einer großen Koalition die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen abbauen. Die Unterhändler der AG Frauen und Familie verständigten sich auf gesetzliche Regelungen zur Entgeltgleichheit.

So sollen Arbeitnehmer künftig einen individuellen Anspruch auf Auskünfte über Gehaltsunterschiede eingeräumt bekommen. Die Tarifparteien sollen im Falle einer großen Koalition zum Abbau der Lohnungerechtigkeiten zwischen Mann und Frau per Gesetz verpflichtet werden. Die Tarifkommissionen müssen ausgewogen mit Männern und Frauen besetzt sein.

Unternehmen, die der Mitbestimmung unterliegen, sowie der öffentliche Dienst, sollen anonymisierte Entgeltberichte intern veröffentlichen – nicht auf freiwilliger, sondern auf verpflichtender Grundlage. Außerdem planen Union und SPD, eine Dokumentationspflicht über die Bemühungen zur Entgeltgleichheit in Tarifverhandlungen einzuführen.

Frauen verdienen 22 Prozent weniger

Gemeinsam mit den Tarifparteien will die Politik außerdem Berufsfelder sowie die Bewertung von Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen neu definieren. Ziel soll sein, unter anderem die Arbeit in Pflege, Betreuung und frühkindlicher Bildung weiter aufzuwerten – auch in der Bezahlung.

Auf die Lücke in den Gehältern zwischen Mann und Frau macht in Deutschland seit 2008 der Verein Business and Professional Women (BPW) mit dem "Equal Pay Day" aufmerksam. Das Datum des Aktionstags soll den Zeitraum verdeutlichen, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer Kollegen zu kommen. 2014 findet der Equal Pay Day am 21. März statt. Frauen verdienen im Durchschnitt rund 22 Prozent weniger als Männer.