Der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel ( CDU ) ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Ein Sprecher der Stadt Stuttgart bestätigte einen Bericht der Stuttgarter Zeitung. Der CDU-Politiker war von 1974 bis 1996 Oberbürgermeister. Er litt seit Mitte der 1990er Jahre an der Parkinson-Krankheit. Rommel war der Sohn von Generalfeldmarschall Erwin Rommel ("Wüstenfuchs"), der 1944 von Adolf Hitler in den Tod getrieben wurde.

Manfred Rommel prägte in seiner Zeit als OB entscheidend die liberale Grundhaltung in der Stadt mit dem bundesweit höchsten Ausländeranteil.  Davor hatte er verschiedene leitende Positionen in der baden-württembergischen Landesregierung inne.

Rommel war seit 1996 Ehrenbürger von Stuttgart. Er galt als begnadeter Redner und Botschafter für die Völkerverständigung. Über Parteigrenzen hinweg wurde er zu einer Integrationsfigur, "zum Weizsäcker der Kommunalpolitik", wie es sein Parteikollege Heiner Geißler einmal sagte.  

Der Landtag von Baden-Württemberg reagierte laut Stuttgarter Zeitung mit einer Trauerminute . Die Stadt Stuttgart legt am Freitag ein Kondolenzbuch aus, in das sich die Bürger persönlich eintragen können. Auch eine Online-Version wird dann freigeschaltet.

Bekannt für seinen trockenen, schwäbischen Humor

Seine Vorstellungen verteidigte er auch gegen Widerstände – so etwa, als er 1977 die RAF-Terroristen Andreas Baader , Gudru Ensslin und Jan Raspe trotz heftiger Proteste auf einem Stuttgarter Friedhof beerdigen ließ. Am Grab müsse jede Feindschaft ein Ende haben, sagte Rommel.

Der gebürtige Stuttgarter war Schwabe durch und durch: Sein Nachfolger, Exoberbürgermeister Wolfgang Schuster , sagte: "Wer von Manfred Rommel spricht, darf über die Sparsamkeit nicht schweigen. Bei städtischen Empfängen hat er die halbe Brezel ohne Butter eingeführt." 

Neben seiner politischen Arbeit hat der für seinen trockenen schwäbischen Humor bekannte Rommel mit vielen Schriften, Zeitungskolumnen und Büchern ein Millionenpublikum erreicht.

Stuttgart in "tiefer Trauer"

Rommel war in den vergangen Jahren nicht mehr oft an die Öffentlichkeit getreten. Politisch eingemischt hat er sich zuletzt bei der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl 2012 – zunächst parteiintern für den parteilosen Kandidaten Sebastian Turner, dann im Wahlkampf.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sagte am Donnerstag: "Wir haben einen großen Oberbürgermeister und einen ganz besonderen Bürger verloren. Die Stadt ist in tiefer Trauer."