Politiker und Bürger in Berlin haben an die Öffnung der Mauer vor 24 Jahren erinnert. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nahm an einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung an der Mauergedenkstätte teil. Im Anschluss zündeten er und Besucher in Gedenken an die Opfer an der innerdeutschen Grenze Kerzen an.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, forderte, die Entschädigung politischer Häftlinge aus DDR-Zeiten zu erleichtern und die Beweislast umzukehren. "Es darf nicht sein, dass die Opfer der SED-Diktatur, die krank aus dem Gefängnis gekommen sind, nachweisen müssen, warum sie in welcher Zelle krank wurden", sagte er der Berliner Zeitung. Bei Zweifeln sollte der Staat die Überprüfung vornehmen. Derzeit müssen die Opfer beweisen, dass physische oder psychische Schäden von der Haft herrühren.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte zuvor beklagt, dass es die Regeln für Diktatur-Opfer schwer bis unmöglich machten, für das erlittene Unrecht eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Oftmals zögen sich die Antragsprozeduren über viele Jahre hin. Von den bisher eingereichten Anträgen sei auch 24 Jahre nach dem Mauerfall nur rund jeder vierte positiv beschieden worden.

Während der Andacht in der Bernauer Straße in Berlin sollte besonders die internationale Bedeutung des Mauerfalls gewürdigt werden. Mit dabei waren junge Menschen aus Estland, Großbritannien und Australien. Am 9. November 1989 war die Mauer nach Massenprotesten und der Massenflucht von DDR-Bürgern geöffnet worden.