Am Ende der Verhandlungen zur Großen Koalition haben sich alle Beteiligten erschöpft, aber zufrieden gezeigt. "Es ist vollbracht", sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder ( CSU ). Und der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion , Michael Grosse-Brömer ( CDU ), twitterte: "Knoten durch! Einigung erreicht."

"Das ist ein guter Vertrag. Die sozialdemokratische Handschrift ist überall sichtbar", sagte der  SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach im ZDF-Morgenmagazin . "Das Gesamtpaket ist so sozialdemokratisch, dass wir unseren Mitgliedern die Zustimmung empfehlen müssen." Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, man könne diesen Vertrag den Mitgliedern zur Abstimmung vorlegen. Sie hob besonders den vereinbarten flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro ab 2015 hervor, ebenso die abschlagfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren.

 Nach den Worten von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt spiegelt der neue schwarz-rote Koalitionsvertrag das Wahlergebnis wider. Er enthalte eine deutliche Handschrift der Union, sagte er. Die Union sei zufrieden. Man habe hart, aber fair mit den Sozialdemokraten verhandelt. Ähnlich äußerte sich der SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber: "Mit dem Gesamtergebnis kann man auf jeden Fall leben."

Die amtierende CDU-Bildungsministerin Johanna Wanka sagte: "Es war ziemlich anstrengend, so lange auf den harten Stühlen im Willy-Brandt-Haus zu warten, aber es hat sich gelohnt." 

Nachdem die kleine Runde aus Union und SPD etwa 17 Stunden verhandelt hatte, waren die Beratungen der großen Runde am frühen Mittwochmorgen schon nach wenigen Minuten beendet. Der Koalitionsvertrag soll im Laufe des Tages von den Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Sigmar Gabriel (SPD) vorgestellt werden.

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