Während Union und SPD ihren Koalitionsvertrag feiern, zeigen sich die Oppositionsparteien enttäuscht. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter sagte im ZDF im Hinblick auf die Rentenpläne der Koalition: "Die Zukunft wird verfrühstückt." Auch bei der Energiewende sei kein Fortschritt erzielt worden. Das Hauptproblem des Koalitionsvertrags sei die Zukunftsvergessenheit.

Dennoch nannte Hofreiter auch positive Ansätze in dem Koalitionsvertrag, etwa den Einstieg in den Mindestlohn, die Frauenquote in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen und die Abschaffung der Optionspflicht bei der doppelten Staatsbürgerschaft. "Wenn die wirklich wegfallen würde, wäre das ein Fortschritt", sagte Hofreiter. 

Kritik äußerte der stellvertretende Linksfraktionschef Dietmar Bartsch: "Ich habe gehofft, dass die Große Koalition auch große Probleme angeht, aber das ist eine komplette Fehlanzeige", sagte er. Der Vertrag widme sich nicht den zentralen Fragen der Gerechtigkeit in Deutschland. Bartsch kritisierte auch die Einigung auf einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn, den die Linke seit Langem fordert. Die vereinbarten Ausnahmen seien nicht in Ordnung, sagte er.