Der zum Autokonzern Daimler gewechselte frühere Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, hat seinen Posten im Präsidium der CDU geräumt. "Meine Mitgliedschaft im CDU-Präsidium habe ich schon vor dem Antritt meiner neuen Aufgabe bei der Daimler AG insbesondere im Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen nicht mehr ausgeübt", hieß es in einer am Montag vom Konzern verbreiteten Erklärung von Klaedens. 

"Um weiteren Spekulationen über einen potenziellen Interessenkonflikt entgegenzutreten, habe ich am Wochenende meinen Sitz im CDU-Präsidium niedergelegt." Klaeden war am 1. November zu dem Autokonzern gewechselt

Am Wochenende hatte der Spiegel berichtet, im CDU-Präsidium gebe es Kritik an von Klaedens Verhalten und seinem Verbleib im Präsidium. Das Magazin zitierte ein Präsidiumsmitglied: "Es wäre eine Frage des guten Stils gewesen, sich rechtzeitig zurückzuziehen." 

Der enge Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Mai seinen Wechsel in die Wirtschaft angekündigt. Mit der Bundestagswahl im September war er als Staatsminister abgetreten. Seit November leitet er bei Daimler den Bereich Politik und Außenbeziehungen.

Der übergangslose Wechsel von Klaedens vom Kanzleramt zum Stuttgarter Konzern könnte auch juristische Folgen haben: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Staatsminister wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme. Die Bundesregierung und von Klaeden hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Daimler betonte mehrfach, von der Integrität seines neuen Managers überzeugt zu sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Manager des Konzerns wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung.