Drohungen und offen ausgetragene Streitigkeiten prägen bei der Alternative für Deutschland die Vorbereitungen auf den hessischen Landesparteitag am 11. Januar und die Europawahlen im Mai, bei denen die euro-kritische Partei ins Parlament einziehen will. Bundesparteisprecher Bernd Lucke hat dem hessischen Landeschef Volker Bartz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nun offen mit der Entmachtung gedroht.

Bartz sei aufgefordert geworden, einen Nachweis für seinen Professoren- und Doktortitel zu erbringen, was dieser jedoch verweigere. "Wenn Herr Bartz bei seiner Haltung bleibt, wird der Bundesvorstand eine Parteiordnungsmaßnahme verhängen, und vermutlich wird es auf dem Landesparteitag einen Abwahlantrag geben", sagte Lucke dem Blatt.

Weiter gebe es Gerüchte über das Familienleben von Bartz, die aus Sicht Luckes einen Rücktritt rechtfertigen könnten: "Ich habe Herrn Bartz einen Rücktritt nahegelegt, falls Gerüchte zutreffen, deren Inhalt ich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht öffentlich machen werde", sagte Lucke.

Am Mittwoch hatte die FAZ bereits über eine E-Mail Luckes berichtet, die Bartz der Presse zugespielt haben soll. Darin steht, Bartz solle bedenken, welche Auswirkungen eine öffentliche Beschädigung für seine Frau und seine Kinder hätte. Der hessische Landeschef bestritt demnach in seiner Antwort an Lucke jegliche berufliche Verfehlung und zitierte seine Ehefrau: "Arbeitet so nicht die Mafia?"