Christian Lindner ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. Der 34-jährige Nachfolger von Philipp Rösler erhielt auf dem Bundesparteitag in Berlin 79,04 Prozent der Stimmen. Damit setzte er sich gegen zwei weitgehend unbekannte Kandidaten durch. Linder bezeichnete sein Wahlergebnis als "tolles Votum".

Ziel sei es, die FDP 2017 in den Bundestag zurückzuführen, sagte Lindner in seiner Bewerbungsrede. Die Zeit der Trauerarbeit sei vorbei. Der Weg zurück in den Bundestag werde sich schwierig gestalten, deshalb sei jetzt jeder in der Partei gefragt.   

Der Umgang der Basis mit der Niederlage zeige aber, dass die FDP noch Stärke und Selbstachtung besitze. Unter seiner Führung werde es keine Spaltung und keinen Rechtsruck geben, sagte Lindner. Die Partei dürfe nicht der "nationalökonomischen Bauernfängertruppe" der AfD nacheifern.

Zuvor hatte der scheidende Parteichef Rösler mangelnden Teamgeist innerhalb der Partei beklagt . "Ich hätte mich über ein bisschen mehr Unterstützung in einem starken Team gefreut", sagte Rösler in seiner Abschiedsrede. Gleichzeitig gestand er aber auch Fehler ein.   

Kubicki zum Stellvertreter gewählt

Den schleswig-holsteinische FDP-Landeschef Wolfgang Kubicki wird neuer erster Stellvertreter. 89,9 Prozent der Delegierten wählten ihn zu Lindners erstem Vize. In seiner Bewerbungsrede forderte Kubicki mehr Selbstbewusstsein von seiner Partei: "Wer sich schwach präsentiert, wird nicht stark gewählt, das ist meine Lebenserfahrung."

Der eurokritische Frank Schäffler ist mit seiner Bewerbung um einen weiteren Posten des Vizeparteichefs gescheitert. In einer Abstimmung gegen die Düsseldorfer Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann erhielt Schäffler nur 24,8 Prozent der Stimmen. Seine in der Öffentlichkeit wenig bekannte Konkurrentin kam auf 71,7 Prozent.

Die FDP hatte bei der Bundestagswahl im September den Einzug ins Parlament verpasst. Als Reaktion darauf trat die gesamte Parteiführung zurück.