Um die Freilassung des Kremlkritikers Michail Chodorkowski zu erwirken, hat sich Exaußenminister Hans-Dietrich Genscher mehrfach mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. In einer von seinem persönlichen Büro veröffentlichten Erklärung dankte Genscher dem Präsidenten dafür, ihn zweimal empfangen und mit ihm über das Schicksal Chodorkowskis gesprochen zu haben.

Über seine Sprecherin erklärte der Bundesaußenminister a. D., dass die Entscheidung Putins, Chodorkowski freizulassen, "bedeutsam und ermutigend für andere Fälle" sei. Genscher betont, dass er bei seinen Bemühungen "von der Bundeskanzlerin, dem früheren Außenminister und dem deutschen Botschafter in Moskau größtmögliche Unterstützung erfahren habe".

Kennengelernt habe Genscher Chodorkowski der Erklärung nach in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Man habe sich danach bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen. Später wurde Genscher von Chodorkowskis persönlichen Anwälten gebeten, sie bei den Freilassungsbemühungen zu unterstützen. Genscher habe dies aus humanitären Gründen getan.