Im vergangenen Jahr haben 109.580 Menschen in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl gestellt. Das teilte das Bundesinnenministerium mit. Demnach wurden etwa 70 Prozent mehr Erstanträge registriert als 2012. Rechnet man die Zahl der Folgeanträge hinzu, die beispielsweise nach einer Änderung der Rechtslage möglich sind, beläuft sich die Zahl der Anträge auf insgesamt 127.023. Ein höherer Wert war laut Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zuletzt im Jahr 1999 verzeichnet worden.

An der Spitze der Herkunftsländer liegen Russland, Syrien und Serbien. Den Angaben des Ministeriums zufolge erhielten 10.915 Personen die Rechtstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention. Für 9.213 Personen wurde ein Abschiebeverbot verhängt, darunter knapp 5.800 Syrer. Daraus ergibt sich eine Anerkennungsquote von knapp 15 Prozent.

De Maizière sagte, die Große Koalition wolle auf die wachsende Zahl von Anträgen reagieren, indem die Bearbeitungsdauer von Asylverfahren verkürzt wird. "Wir brauchen schneller Klarheit darüber, wer tatsächlich schutzbedürftig ist und wer nicht", sagte er. Die Frist soll laut Union und SPD auf drei Monate verkürzt werden. Derzeit liegt sie bei neun Monaten.

Bundespräsident Joachim Gauck hatte in seiner Weihnachtsansprache einen offeneren Umgang mit Flüchtlingen gefordert. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass es 2013 nahezu doppelt so viele rechtsextreme Angriffe auf Flüchtlingsheime gegeben hatte als 2012.