Die Bundeswehr braucht nach Einschätzung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Aufklärungsdrohnen. "Für den Schutz der Soldaten in gefährlichen Einsätzen ist die Aufklärungsdrohne existenziell wichtig", sagte von der Leyen der Bild am Sonntag. Sie könne in Echtzeit zeigen, was auf dem Boden passiere. "Deshalb ein klares Ja zur Aufklärungsdrohne."

Zur Anschaffung von Kampfdrohnen äußerte sich von der Leyen dagegen zurückhaltend. "Es wäre falsch, das Unbehagen der Bevölkerung gegenüber unbemannten Waffensystemen einfach zu ignorieren", sagte sie. "Wirksame Waffen sind zum Schutz unserer Soldaten enorm wichtig, aber die sehr emotionale Drohnendiskussion zeigt doch, dass wir Deutschen sehr sensibel sind, bei der Frage mit welchen Mitteln ihre Bundeswehr vorgeht."

Um den Rückhalt für die Einsätze der Soldaten zu sichern, sollten im Parlament möglichst genaue Regeln festgelegt werden, "wie und wann bewaffnete Drohnen überhaupt zum Einsatz kommen dürfen". Es bestehe kein akuter Entscheidungsdruck. "Wir haben in der Koalition aus gutem Grund vereinbart, dass die Anschaffung von bewaffneten Drohnen vorher umfassend diskutiert werden muss." Drohnen mit einem automatisierten Tötungsprogramm lehnte die Ministerin ab. 

Von der Leyen hatte kurz nach ihrem Amtsantritt im Dezember bereits angekündigt, dass sie die Ausrüstung der Bundeswehr verbessern wolle. Die deutschen Streitkräfte bräuchten "effektive Ausrüstungssysteme", sagte von der Leyen. Das Wichtigste sei "der Mensch und nicht die Frage der Materialkosten". Der Schutz der eigenen Soldaten spielt unter anderem in der kontroversen Debatte um die Anschaffung von Drohnen eine gewichtige Rolle. Die Sicherheit der Soldaten wird von den Drohnen-Befürwortern, zu denen auch von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière zählt, als Hauptargument angeführt.