Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich hat laut eigenem Bekunden sein Amt als Innenminister nicht abgeben müssen, weil er während der NSA-Affäre heftig kritisiert wurde. "Ich hatte übrigens wichtigere Themen als die NSA-Affäre", sagte Friedrich dem Münchner Merkur. Die größeren Aufgaben während seiner Amtszeit seien die Zuwanderung nach Deutschland, Fragen der Integration und die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden gewesen, sagte der CSU-Politiker.  

Friedrich hatte die NSA-Affäre im August für beendet erklärt. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass deutsche oder europäische Regierungsstellen abgehört wurden, sagte der damalige Innenminister. Nur wenige Wochen später wurde bekannt, dass der US-Geheimdienst unter anderem das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel jahrelang überwacht hat.

Seinen Wechsel in das Ministerium für Ernährung und Wirtschaft sieht Friedrich nicht als Abstieg, sondern als große Aufgabe: Der ländliche Raum brauche starke Fürsprecher in einer Zeit, in der viele Menschen wieder Sehnsucht nach den wahren Werten hätten, sagte der CSU-Politiker. Auch für sich persönlich sieht er durch den Amtswechsel Vorteile: "Man hat als Innenminister schon Einschränkungen bei der Lebensqualität, weil man immer – Tag und Nacht, im Urlaub, in der Freizeit – unter Schutz steht", sagte Friedrich.  

Friedrich will Einmischung der EU beschränken

Als Agrarminister will Friedrich sich dafür einsetzen, dass die Stadtbevölkerung den Bauern die Wertschätzung zuteil werden lässt, die diese verdient hätten. Auch will er verhindern, dass sich die EU-Kommission zu sehr in die Belange der deutschen Landwirtschaft einmische.

"Wir haben relativ große individuelle Spielräume für die einzelnen Mitgliedsstaaten", sagte Friedrich. Da sei viel erreicht worden. Jetzt müsse man verhindern, dass die Kommission diese Spielräume wieder einenge. Etwa bei der Förderung von Junglandwirten oder beim Einsatz von Düngemitteln auf den Flächen, die aus der intensiven Nutzung genommen würden.

Friedrich war in der schwarz-gelben Koalition Innenminister, seit dem 17. Dezember 2013 ist er offiziell Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Kommissarisch hat er das Amt seit dem 30. September geleitet. Er übernahm den Posten von Ilse Aigner.