Der ehemalige NPD-Vorsitzende schlägt den designierten: Auf dem Parteitag der NPD im thüringischen Kirchheim haben die Delegierten Udo Voigt zum Spitzenkandidaten für die Europawahl im Mai gewählt. Er setzte sich gegen den  Vorsitzenden Udo Pastörs durch, wie die Partei auf Facebook und Twitter mitteilte.

Die Wahl hatte sich bis tief in die Nacht verzögert, weil Debatten über den unerwarteten Rücktritt des Vorsitzenden Holger Apfel und über die Finanzlage der Partei viel Zeit einnahmen. Auch gelang es der Partei am Samstag nicht, alle geplanten 15 Listenplätze zu besetzen. Zunächst wurden lediglich vier Kandidaten gewählt: Nach Voigt folgt auf Rang zwei Olaf Rose, die Plätze drei und vier erhielten Jens Pühse und Ariane Meise. Am Sonntagvormittag gab die Partei dann die Besetzung sieben weiterer Positionen bekannt. 

Voigt hatte im Kampf um den  Spitzenplatz 93 Stimmen erhalten, Pastörs lediglich 71, berichtete Spiegel Online unter Berufung auf den Parteisprecher. Anschließend verzichtete er völlig auf eine Kandidatur. 

Die beiden gelten als erbitterte Rivalen. Pastörs war maßgeblich daran beteiligt, Voigt vor zwei Jahren aus dem Amt des Bundesvorsitzenden zu drängen. Dabei unterstützte er Holger Apfel, der die Partei dann auf einen eher bürgerlichen Kurs führte, aber vor Kurzem zurücktrat, die Partei verließ und auf sein Landtagsmandat in Sachsen verzichtete.

Apfel hatte einen Kurs der "seriösen Radikalität" verfolgt und wurde dafür von den rechten Kameraden schon seit seinem Amtsantritt 2011 argwöhnisch bis abschätzig beobachtet. Die versprochenen Erfolge – eine Öffnung der Nationaldemokraten in bürgerlichere Schichten – blieben aus. Viele, die Apfel bei seiner Wahl in der Kampfabstimmung gegen den langjährigen Vorsitzenden Voigt unterstützt hatten, hatten sich zuletzt enttäuscht von ihm abgewandt. Voigt wiederum kündigte Anfang 2013 seine Rückkehr in die Politik an.

Voigt gilt ähnlich wie Pastörs als Hardliner. Der 61-Jährige reichte in den 1990er Jahren den rechten Kameradschaften die Hand. Insgesamt 15 Jahre lenkte er die Geschicke der Rechten. 2012 wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er die Waffen-SS verherrlicht hatte.