Der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) könnte seinen Wechsel zur Deutschen Bahn auf 2015 verschieben, um diesen doch noch zu ermöglichen. Das berichtet der Spiegel und beruft sich dabei auf Angaben aus Bahnkreisen. 

"Je später er anfängt, desto besser", hieß es demnach aus Bahnkreisen. Der für Pofalla neu einzurichtende Vorstandsposten für Regierungskontakte könnte zudem später mit dem für Compliance und Recht verschmolzen werden, der allerdings erst 2017 frei wird. Damit würde die ebenfalls kritisierte Vergrößerung des Bahn-Vorstandes auf eine rund zweijährige Übergangszeit begrenzt. Auch eine zunächst niedrigere Bezahlung für Pofalla ist offenbar im Gespräch.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte die Deutsche Bahn auf, Klarheit über den möglichen Wechsel Pofallas in den Vorstand des Unternehmens zu schaffen. Zugleich warnte er davor, die Regeln für Wechsel aus der Politik in die Wirtschaft überstürzt zu verschärfen: "Wir sollten uns Zeit nehmen für eine vernünftige Debatte."

Unterdessen stellte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hinter Pofalla. An dessen Plänen für einen Wechsel kurz nach dem Ausscheiden aus seinem Regierungsamt hatte es erhebliche Kritik auch aus den Reihen der CDU gegeben.   

Schäuble sagte der Rheinischen Post: "Ich habe Ronald Pofalla als Chef des Kanzleramts erlebt. Er ist jemand, bei dem man ganz sicher nicht den geringsten Zweifel haben kann, dass er für Führungsaufgaben in vielen Bereichen herausragend qualifiziert ist." Wechsel von Politikern in die Wirtschaft gebe es in Deutschland noch viel zu selten, sagte Schäuble. "Unser Problem in Deutschland ist doch eher, wenn man sich unsere Nachbarstaaten oder die USA anschaut, dass es zwischen Politik und Wirtschaft eher zu wenig als zu viel Austausch gibt." Die Debatte um Pofalla trage "nicht gerade dazu bei, dass das in Zukunft besser wird".

Der Bahn-Aufsichtsrat will sich am 30. Januar mit der Personalie befassen. In dem Gremium gibt es starke Vorbehalte gegen eine Berufung Pofallas in den Bahn-Vorstand, besonders wenn dafür ein neuer Posten geschaffen werden soll.