Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat bestritten, vorab über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn gewarnt worden zu sein. Das sagte er in einem Interview mit dem Spiegel. Er habe lediglich auf Presseberichte reagiert.

"Mitte November 2013 gab es in der deutschen Medienlandschaft Berichte, wonach eine Firma in Kanada von dortigen Behörden der Verbreitung illegalen Materials bezichtigt werde", sagte Edathy. "Da mir erinnerlich war, bei einer kanadischen Firma, um die es mutmaßlich ging, vor etlichen Jahren Material bezogen zu haben, das ich für eindeutig legal halte, habe ich einen Anwalt um Beratung gebeten."

Der Anwalt habe "daraufhin präventiv mit verschiedenen Behörden im Bundesgebiet Kontakt aufgenommen, um für den Eventualfall vollständige Kooperationsbereitschaft anzubieten". Sein Mandat habe er niedergelegt, weil er seit längerer Zeit "Erschöpfungssymptome" festgestellt habe. Gegen Edathy wird wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt.

Der Ex-Bundestagsabgeordnete bestritt zudem, Beweismaterial vor der Durchsuchung seiner Privatwohnung vernichtet zu haben. "Ich halte es für irritierend, aus der Tatsache, dass die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft offenkundig nicht dazu geführt haben, mich rechtlich zu belasten, die Schlussfolgerung zu ziehen, ich hätte belastendes Material vernichtet. So wird die Unschuldsvermutung ad absurdum geführt."

Edathy kritisierte auch die Staatsanwaltschaft Hannover. "Ich halte das Agieren der Staatsanwaltschaft für ungeheuerlich", sagte Edathy. "Sie wirft mir ausdrücklich kein strafbares Verhalten vor, was sie aber nicht davon abhält, Details eines legalen Verhaltens zum Gegenstand einer Pressekonferenz zu machen." Er erwarte keine Besserstellung gegenüber anderen Bürgern, "aber ebenso keine Schlechterstellung", sagte Edathy. "Die Staatsanwaltschaft hat sich völlig verrannt."