Die Bundeskanzlerin hat Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel gegen Kritik in Schutz genommen. Auch angesichts der Vorwürfe, er habe im Fall des unter Straftatverdacht geratenen früheren SPD-Innenpolitikers Sebastian Edathy ermittlungsrelevante Informationen weitergegeben, habe Gabriel ihr "volles Vertrauen", sagte ein Regierungssprecher.

Gabriel hatte im Oktober 2013 von dem damaligen Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erfahren, dass Edathys Name im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen kanadischen Versandhändler für Sexbilder genannt werde. Gabriel gab das unter anderem an den damaligen Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann weiter. Der wiederum erkundigte sich bei dem Chef des Bundeskriminalamts nach Edathy – ob er von Jörg Ziercke konkretes erfuhr, darüber gibt es unterschiedliche Darstellungen. 

Fakt ist: Der Fall wirft Fragen auf. Es müsse der "sichtbare Versuch gemacht werden, dass die Fragen, die im Raum stehen, überzeugend geklärt werden", sagte der Regierungssprecher. Dazu gehöre, ob im Fall Edathy jemand falsch gehandelt habe. Dies sei wichtig, da jeder in der Bundesregierung "Diener des Rechtsstaats" sei. 

Es besteht unter anderem der Verdacht, dass Amtsgeheimnisse weitergegeben wurden. Der deshalb unter Druck geratene Minister Friedrich hatte deshalb am Freitag seinen Rücktritt eingereicht.  Sein Nachfolger ist der frühere Entwicklungs-Staatssekretär Christian Schmidt.