Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Thüringen haben sich die Fraktionschefs von CDU und Grünen, Mike Mohring und Anja Siegesmund, offen für eine Koalition ihrer Parteien gezeigt. "Mein Interesse an Schwarz-Grün ist sehr ehrlich", sagte Mohring in einem gemeinsamen Interview mit Siegesmund in der ZEIT. "Wir Grünen haben uns schon bewegt", sagte die grüne Spitzenkandidatin. "Manchmal müssen wir Grünen solche Bündnisse eingehen, damit Politik wenigstens etwas nachhaltiger und ökologischer wird."
Gegenwärtig regiert in Thüringen eine große Koalition aus CDU und SPD. In zentralen Fragen, insbesondere der Haushaltspolitik, fühle er sich den Grünen aber näher als seinem jetzigen Koalitionspartner, sagte Mohring: "Ich bin sehr dafür, dass man sich von 2014 an einen Partner sucht, der sich solcher Fragen mehr bewusst ist als eine Partei wie die SPD, die eher ans Geldausgeben denkt." Die Grünen seien ihm nahe. "Ich trage Schwarz-Grün schon lange in mir. Ich will in meiner Partei ein Fundament dafür bauen", so der 42-Jährige.
Grüne und CDU verbinde vieles. "Das christliche Menschenbild eint uns. Wir bewahren die Schöpfung, wollen Politik nachhaltig gestalten", sagte Mohring. Siegesmund brachte er als mögliche
Vize-Regierungschefin ins Spiel. "Anja Siegesmund ist Spitzenkandidatin.
Also kann sie Vize-Ministerpräsidentin werden", sagte er.
Siegesmund sagte, sie sehe Parallelen zwischen ihrer Partei und der CDU: "An einigen Stellen sind wir Grünen eine wertkonservative Partei. Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ist unser wichtigstes Anliegen", sagte die 37-Jährige. "Wir verweigern uns auch niemandem." Allerdings frage sie sich, ob die CDU in Thüringen nach fast 24 Jahren an der Macht nicht mal den "Oppositionsschock" bräuchte.
Die Landtagswahl in Thüringen findet am 14. September 2014 statt. Dabei könnten die Grünen eine wichtige Rolle spielen, weil sie sich sowohl einem rot-rot-grünen als auch einem schwarz-grünen Bündnis anschließen könnten. Zuvor war aber auch der Fraktionschef der Linkspartei in Thüringen, Bodo Ramelow, auf die CDU zugegangen. "In vielen landespolitischen Fragen trennt uns nicht viel", hatte der designierte Spitzenkandidat der Linken der ZEIT gesagt. "Ich könnte auch mit der CDU bei bestimmten Themen wunderbar zusammenarbeiten."
Kommentare
Die Zukunft, wenn man die Wählerschaft betrachtet.
Nicht erst seitdem die JackWolfskin tragenden Rentner gegen Bahnhöfe demonstrieren, weiß die Welt ,wie nahe sich Grüne und CDU bei der Wählerschaft sind.
Der einzige Unterschied ist die Außendarstellung und Selbstwahrnehmung der Grünen als hippe Bildungsbürger,die sie nun mal gar nicht sind, aber egal.
Spätestens wenn die Berufswahl zwischen Verbeamtung und
Spitzeneinkommen als Arzt alterniert,wird klar,dass die Ideologie des starken Staates ,die beiden Parteien zu eigen ist, lediglich der Absicherung eigener Interessen bzw. des Gehaltes dient.
Die CDU sollte aber aufpassen sich nicht zu sehr and die Grünen zu halten,da die sich RotRotGrün offen halten, um ihren jugendlich linksradikalen Part ,der sich im Studium ein bisschen austobt, nicht zu verprellen.
Die Afd und die FDP werden es vermutlich schaffen durch mangelnde Absprache wieder 10 Prozent Potential aufgrund 0.5 nicht einzubringen
Welch Verlogenheit
"Wir Grünen haben uns schon bewegt", sagte die grüne Spitzenkandidatin. "Manchmal müssen wir Grünen solche Bündnisse eingehen, damit Politik wenigstens etwas nachhaltiger und ökologischer wird."
Gebt doch wenigstens zu, dass Euch das alles am Hintern vorbeigeht. Bei der LINKEN übergibt man sich, wenn man mit dieser keinen Krieg führen darf, bei der CDU schmeißt man komplett alles über Bord und bejubelt, wenn man dann in einem Punkt eine halbe Scheinlösung hin bekommt.
Steht doch wenigstens zu dem kompletten Verrat der einstmaligen Ideale. Das könnte man eher akzeptieren, als diese ekelhafte Heuchelei.
Glückwunsch
für soviel Mut aufeinander zuzugehen und auch Kompromisse einzugehen, statt
in Blockadehaltung zu verharren.
Dasselbe hätte ich mir auf Bundesebene auch gewünscht statt dieser großen Koalition.
Auf welcher Basis denn?
CDU und Grüne kommen zusammen auf 38% der Umfragewerte, SPD und Linke auf 50. Letzteres hieße aber Ministerpräsident Ramelow. Ist jedenfalls realistischer als Schwarz-Grün.
Wobei letztrees mit Frau Lieberknecht natürlich weniger Sündenfall wäre als mit Bouffier.
Meine Prognose ist, dass es die 20%-SPD sein wird, die das Zünglein an der Waage darstellt. Und sie werden sich für Rot-rot entscheiden.