Der Andrang syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland liegt laut einem Zeitungsbericht um ein Vielfaches über den bisherigen Erwartungen und Kontingenten. Allein für Niedersachsen lägen knapp 8.000 Anträge vor, berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung. Vorgesehen sei dort die Aufnahme von lediglich 329 Flüchtlingen. Damit liege die Zahl der Anträge um 2.400 Prozent über den Aufnahmemöglichkeiten.

In Schleswig-Holstein liegen der Zeitung zufolge 2.800 Prozent mehr Anträge vor als vorgesehen. Ähnlich sehe es in anderen Bundesländern aus. Die SPD-geführten Länder forderten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf, ein "deutliches Zeichen" zu setzen. Das Bundeskontingent zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge müsse erhöht werden, schrieb der niedersächsische Innenminister Boris Pistorium (SPD) dem Bericht zufolge an de Maizière.

Im Januar war die Zahl der Menschen, die in Deutschland um Asyl baten, erneut stark gestiegen. Laut Bundesinnenministerium stellten 14.463 Menschen einen Asylantrag – 31 Prozent mehr als im Dezember und knapp 78 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Auf Platz zwei lag das Bürgerkriegsland Syrien mit 1.734 Anträgen.