SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat die Staatsanwaltschaft zu einer raschen Klärung der Vorwürfe gegen den ehemaligen Abgeordneten Sebastian Edathy (SPD) aufgefordert. Sie müsse den Sachverhalt schnell, genau und umfassend aufklären, sagte Oppermann am Nachmittag. "Die geäußerten Vorwürfe gegen den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Edathy wiegen ungeheuer schwer", sagte er.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Polizei im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Edathy mehrere Immobilien durchsucht hatte. Nach Informationen der dpa handelt es sich dabei um fünf Objekte: die Bürgerbüros in Nienburg und Stadthagen, Edathys Wohnungen in Rehburg und Berlin und ein weiteres Büro. Bei den Durchsuchungen sei Beweismaterial gesichtet und sichergestellt worden. Edathy selbst sei dabei nicht angetroffen worden. 

Details zu den Ermittlungen wurden nicht bekannt. Edathy wies den Verdacht zurück, er sei im Besitz von Kinderpornographie gewesen. "Die öffentliche Behauptung, ich befände mich im Besitz kinderpornografischer Schriften bzw. hätte mir diese verschafft, ist unwahr", schrieb der 44-Jährige auf seiner Facebook-Seite. "Ich gehe davon aus, dass die Unschuldsvermutung auch für mich gilt. – Ein strafbares Verhalten liegt nicht vor", hieß es weiter.   

Am Wochenende hatte Edathy mitgeteilt, er habe sein Bundestagsmandat aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Laut Oppermann war der Abgeordnete seit Anfang Januar krankgeschrieben. Der Fraktionschef sagte weiter, er habe seit Bekanntwerden der Vorwürfe keinen Kontakt zu Edathy gehabt.

Der Sozialdemokrat leitete in der vergangenen Legislaturperiode die Untersuchungsausschüsse des Bundestages zu den NSU-Morden und zu möglichen Fehlern der Geheimdienste. In beiden Funktionen hatte er sich hohes Ansehen erworben. Edathy war seit 1998 Mitglied des Bundestags und dort von 2005 bis 2009 Vorsitzender des Innenausschusses.