Zweieinhalb Monate vor der Europawahl liegt der Kandidat der europäischen Sozialdemokraten, Martin Schulz, in der Gunst der Deutschen, knapp vor seinem Konkurrenten Jean-Claude Juncker. Juncker tritt mit großer Wahrscheinlichkeit als Spitzenkandidat für die konservative Europäische Volkspartei an. Die EU-Parteienfamilien stellen bei der Wahl erstmals Spitzenkandidaten auf, die sich für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten bewerben.

Dabei könnte es zu einem knappen Ergebnis kommen: Nach Zahlen des Deutschlandtrends würden 35 Prozent der Befragten Schulz als Präsident der Kommission bevorzugen, 30 Prozent würden für Juncker stimmen. Acht Prozent favorisieren keinen von beiden. 19 Prozent ist mindestens einer von beiden unbekannt.

Schulz ist derzeit Präsident des Europaparlaments. Der frühere luxemburgische Ministerpräsident Juncker ist noch nicht als Spitzenkandidat der Konservativen nominiert, gilt aber als klarer Favorit auf die Kandidatur. Neben ihm tritt aber auch der EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier aus Frankreich an. Das Mandat des amtierenden Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso läuft Ende Oktober aus. 

Obwohl die Deutschen zwar den Kandidaten der Sozialdemokraten bevorzugen, liegt die Union bei den Wählern laut Umfrage weit vorn. Sie kommt auf 40 Prozent, das ist im Vergleich zum Vormonat ein Plus von zwei Punkten. Die SPD verliert drei Punkte und landet bei 26 Prozent. Die Grünen liegen bei elf Prozent, die Linkspartei bei sieben, die AfD bei fünf und die FDP bei vier Prozent.

Dass das Bundesverfassungsgericht die Drei-Prozent-Hürde bei der Europawahl gekippt hat, wird von den Bürgern kritisch gesehen: 64  Prozent der Befragten fänden es besser, wenn es weiterhin eine Hürde für kleine Parteien geben würde. 32 Prozent begrüßen den Wegfall der Drei-Prozent-Hürde.

Im Bundestagstrend verliert die SPD an Punkten

In der Bundestagsumfrage verliert die SPD deutlich in der Wählergunst. Dem Deutschlandtrend zufolge erreichen die Sozialdemokraten nur noch 24 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als im Februar. Die Union legt dagegen um einen Punkt auf 42 Prozent zu. Deutlich stärker sind die Grünen mit nun elf Prozent, und damit einem Plus von zwei Prozent. Die Linke erreicht unverändert neun Prozent. Die FDP und die AfD würden mit jeweils vier Prozent nicht in den Bundestag einziehen.