Vor dem Hintergrund der Krim-Krise vertrauen die Wähler wieder verstärkt den Regierungsparteien. In einer Umfrage des Forsa-Instituts für das Magazin stern und den Fernsehsender RTL steigt der Umfragewert der Union im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 42 Prozent. Der SPD würden aktuell 23 Prozent der Wähler ihre Stimme geben und damit einen Prozentpunkt mehr.

"Die Bürger verfolgen das Geschehen auf der Krim mit außergewöhnlich hohem Interesse, aber auch Sorge", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem stern. Viele hätten Furcht, dass die geplanten Sanktionen gegen Russland auch die eigene Wirtschaft hart treffen und zu Engpässen bei der Energieversorgung führen könnten. "Die Kanzlerin wird wieder als Krisenmanagerin wahrgenommen", sagte der Meinungsforscher. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier werde geachtet und geschätzt. Seine Beliebtheit übertrage sich jedoch kaum auf seine Partei, die SPD.

Keinen Nutzen aus dieser momentanen Lage können die Oppositionsparteien ziehen. Sie verlieren an Vertrauen: Die Linke fällt um einen Punkt auf zehn Prozent, die Grünen sinken um ebenfalls einen Punkt auf neun Prozent. Die derzeit nicht im Bundestag vertretenen kleinen Parteien kommen auf insgesamt 16 Prozent: Fünf Prozent entfallen auf die AfD, ein Punkt weniger als in der Vorwoche, unverändert vier Prozent auf die FDP und sieben Prozent auf sonstige Splitterparteien.