In ihrem Wahlkampfprogramm zur Europawahl setzt die CSU vor allem auf weniger Regulierung aus Brüssel. In dem sogenannten Europaplan, der am Freitag und Samstag bei der CSU-Vorstandsklausur beschlossen werden soll, fordert die Partei unter anderem, die Größe der EU-Kommission zu halbieren. Neue Regulierungen soll die Kommission demnach nur noch auf Anweisung durch das Europäische Parlament oder den Rat vornehmen können.

"Alles, was die Menschen vor Ort angeht – vom Nahverkehr bis zum Trinkwasser – soll vor europäischen Eingriffen geschützt werden", heißt es in dem Programm. Ein neuer "Kompetenzgerichtshof" soll zudem darüber wachen, dass die EU ihre Kompetenzen nicht überschreitet. In der kommenden Legislaturperiode will die CSU keine zusätzlichen Befugnisse von den Mitgliedsstaaten an Brüssel übertragen, umgekehrt sollen Kompetenzen an die Mitgliedsstaaten gehen.

Die Länder und Regionen sollten mehr respektiert werden, fordert die CSU. Bayern will etwa selbstständig den Anbau von Genpflanzen verbieten dürfen – unabhängig von Vorgaben aus Brüssel. "Ich will keine übermotivierten Eurokraten, die in jedem Lebensbereich etwas suchen, wo sie sich einmischen können", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Es solle "nicht alles in Brüssel, sondern mehr bei uns entschieden werden", schreibt dazu Parteichef Horst Seehofer in dem Programm.

CSU will Erweiterungsstopp für die EU

"In jedem Kapitel unseres Europaplans sagen wir Ja zu Europa – allerdings jeweils mit einem dicken Aber. Und dieses Aber ist in den vergangenen Jahren größer geworden", sagte Scheuer. Die EU solle sich mehr um die großen Dinge kümmern und sich weniger in Kleinigkeiten verzetteln.

Die CSU spricht sich zudem gegen eine Erweiterung der EU in den nächsten Jahren aus. In der kommenden Legislaturperiode sollten keine neuen Mitgliedstaaten aufgenommen werden. Zur Türkei heißt es, die Beitrittsverhandlungen sollten "mangels Perspektive beendet werden". Auch für die Ukraine brauche es "keine Beitrittsperspektive".

Wer ungerechtfertigt Sozialleistungen abruft, sollte nach Ansicht der CSU Deutschland verlassen und nicht wieder einreisen dürfen. Ebenfalls im Programm enthalten ist die alte Forderung nach Volksabstimmungen über europäische Entscheidungen und die Forderung, dass chronische Schuldenstaaten die Möglichkeit haben sollen, die Euro-Zone zu verlassen