SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Altkanzler Gerhard Schröder zu dessen 70. Geburtstag als einen "der ungewöhnlichsten sozialdemokratischen Politiker" gewürdigt. Schröder sei "das Gegenteil eines blutleeren Berufspolitikers", sagte Gabriel bei einem Empfang zu Ehren Schröders in Berlin. "Bei allem was er getan hat, ist er aufs Ganze gegangen. Für sich, für die SPD, aber auch für das Land.

Schröder, der an diesem Montag 70 Jahre alt wird, stehe für eine Aufsteigergeschichte, sagte Gabriel. "Ich war unten, und das hat man mich spüren lassen", habe er einmal selbst erzählt. Schröder wuchs in einfachen Verhältnissen auf und lernte seinen im Krieg gefallenen Vater nie kennen. "Ich bin stolz auf die SPD, dass sie solche Biografien wie die Deine möglich macht", sagte Gabriel. Schröder selbst sagte: "Die Partei ist, auch wenn wir Streit hatten, immer mein Zuhause."

Fraktionschef Thomas Oppermann, der wie Schröder und Gabriel seine politischen Wurzeln in Niedersachsen hat, sagte in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin, es gebe in der SPD "einen unglaublichen Respekt für Gerhard Schröder und seine politische Lebensleistung". Er habe Deutschland aus dem Irak-Krieg herausgehalten, den Atomausstieg auf den Weg gebracht und die Arbeitsmarktreformen geschafft. "Kein Bundeskanzler vor ihm musste in so kurzer Zeit so riesige Herausforderungen bewältigen", sagte Oppermann.

Schröder konnte auf dem Empfang viele alte Weggefährten begrüßen, darunter seinen früheren Außenminister Joschka Fischer, Ex-Innenminister Otto Schily, Ex-SPD-Chef Franz Müntefering, seinen Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier, den Maler Markus Lüpertz und den Schauspieler Wolfgang Völz.