Dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) wird Vetternwirtschaft vorgeworfen. Mit einem Anruf im Pfalzklinikum in Klingenmünster soll der Minister darauf hingewirkt haben, dass sein Schwager als Lagerist angestellt wird.

Als "Einflussnahme auf ein freies Bewerbungsverfahren" bezeichnet der Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz, Patrick Schnieder, den Anruf von Schweitzer. Es werde "unverblümt der Versuch der politischen Einflussnahme deutlich, zumal das Land derzeit mit dem Klinikum über die Verursachung von Kostensteigerungen beim Ausbau des Klinikums im Streit liegt". Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) müsse jetzt ein Machtwort sprechen.

Schweitzer bestreitet die Vorwürfe: "Zu keiner Zeit wurde Einfluss auf Personalentscheidungen des Pfalzklinikums genommen", ließ der Minister in einer Stellungnahme mitteilen.

Vor dem Hintergrund des Streits über die Kostensteigerung sei es bei dem Anruf vielmehr um eine neutrale Bewertung der Bewerbung gegangen: "Da die familiäre Beziehung in der Region bekannt ist, telefonierte der Minister mit dem Geschäftsführer des Pfalzklinikums mit der Intention, dem Schwager weder Vor- noch Nachteile im Bewerbungsverfahren zu schaffen", heißt es in der Stellungnahme weiter.

Die Personalabteilung des Klinikums hatte Schweitzers Schwager aufgrund von einer Überqualifikation und unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen nahegelegt, die Bewerbung zurückzuziehen. Dies ist laut dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium mittlerweile geschehen, auch weil die Bewerbung "nicht ausschließlich fachlich, sondern zunehmend politisch debattiert wurde".