Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Vorwürfe des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy zurückgewiesen, bei ihren Ermittlungen seine Immunität missachtet zu haben. Edathys Anwalt habe der Behörde mitgeteilt, dass sein Mandant alle Ämter niedergelegt habe, bevor dessen Räume durchsucht worden seien, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Außerdem habe Edathy selbst seine Amtsniederlegungen über Facebook veröffentlicht. "Aus dem Grunde sind wir davon ausgegangen und durften davon ausgehen, dass das tatsächlich so war", sagte Klinge.

Gegen Edathy, der sich an einem unbekannten Ort im Ausland aufhält, wird wegen des Verdachts auf Erwerb und Besitz von Kinderpornografie ermittelt. Sein Anwalt Christian Noll hatte der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, sich nicht vergewissert zu haben, ob das Mandatsverhältnis tatsächlich erloschen war. Die Durchsuchungen am 10. Februar seien verfassungswidrig gewesen, weil Edathy bis zum Ablauf des Tages noch Bundestagsabgeordneter war. Noll forderte deswegen, die Behörde von den Ermittlungen zu entbinden.

Die Staatsanwaltschaft werde die Vorwürfe prüfen, sagte Klinge. "Ich gehe aber davon aus, dass das auf unsere Ermittlungen keinen Einfluss haben wird." Dem Spiegel sagte Klinge, die Durchsuchungen seien auf rechtsstaatlichem Wege und ohne Grundrechtsbruch zustande gekommen.