Die Unionsparteien haben bei der Europawahl in Deutschland ihren ersten Platz verteidigt, müssen aber deutliche Verluste hinnehmen. Laut dem in der Nacht auf Montag veröffentlichten vorläufigen Endergebnis kamen sie auf 35,3 Prozent und erreichen damit ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Europawahl seit 1979. Vor fünf Jahren lag die Union noch bei 37,9 Prozent. Der Rückgang lag vor allem an dem schlechten Abschneiden der CSU, die in Bayern rund acht Prozentpunkte einbüßt. Die CDU lag nur knapp unter ihrem Ergebnis von 2009.

Die SPD konnte kräftig zulegen. Sie erreichte laut Bundeswahlleiter 27,3 Prozent, nachdem sie 2009 mit 20,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Europawahl erzielt hatte. Drittstärkste Kraft blieben trotz Verlusten die Grünen, die auf 10,7 Prozent nach 12,1 Prozent vor fünf Jahren kamen.

Die Linkspartei schneidet mit 7,4 Prozent ähnlich ab wie schon 2009. Die AfD erreichte bei ihrer ersten Europawahl 7,0 Prozent. Die FDP stürzte nach der Bundestagswahl auch bei der Wahl zum Europäischen Parlament ab und kommt nur noch auf 3,4 Prozent nach 11,0 Prozent im Jahr 2009. Dennoch ist sie im neuen Europaparlament vertreten, weil es dort keine Mindesthürde gibt.

Kleine Parteien ziehen ins Europaparlament ein

Auch die rechtsextreme NPD, die 1,0 Prozent der Stimmen bekam, stellt einen Abgeordneten im Europaparlament. Die Wahlbeteiligung lag mit 48,1 Prozent höher als 2009 mit 43,3 Prozent. 

Ins neue Europaparlament mit insgesamt 751 Abgeordneten entsenden CDU und CSU demnach 34 Parlamentarier, die SPD 27. Die Grünen schicken elf Abgeordnete nach Straßburg und Brüssel, die Linken sieben. Auch die AfD stellt sieben Abgeordnete, die FDP drei. Je einen Parlamentarier entsenden die NPD, die Piraten, die Freien Wähler, die Tierschutzpartei, die Familienpartei, die ÖDP und Die Partei.