Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, wird aus dem CDU-Parteipräsidium ausscheiden. Er wolle im Herbst seinen Posten aufgeben und ihn an den gesundheitspolitischen Sprecher der Union, Jens Spahn, abgeben, sagte Mißfelder der Welt vom Montag.

"Es gibt seit Monaten eine Absprache zwischen Jens Spahn und mir", zitierte ihn die Zeitung. "Ich bin der Meinung, dass nach wie vor ein Vertreter der jungen Generation im Präsidium sein sollte, der auch kontroverse Themen besetzt und sich nicht verbiegen lässt." Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel habe er bereits am 1. April über diesen Schritt informiert.

Der Spiegel hatte bereits berichtet, Merkel stelle sich darauf ein, dass Mißfelder bei den nächsten Wahlen zum CDU-Präsidium nicht mehr kandidiert. Die CDU-Chefin könnte sich vorstellen, dass Spahn den Posten übernimmt.

Auch Gröhe könnte kandidieren

Die Wahl von Spahn auf dem Bundesparteitag im November ist allerdings alles andere als sicher. Nach Angaben aus Unionskreisen überlegt auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe zu kandidieren. Merkels früherer Generalsekretär stammt ebenso wie Mißfelder und Spahn aus dem größten CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen.

Dessen Landesvorsitzender Armin Laschet hat nach Angaben seiner Sprecherin bereits eine klare Vorstellung über die Nachfolge. "Aber jetzt ist noch nicht der Zeitpunkt, dies zu verkünden", sagte sie. Eine Verabredung zwischen zwei Politikern für einen Personaltausch sei aber nicht das richtige Verfahren. Spahn wollte sich laut Welt nicht zu einer Kandidatur für das Präsidium äußern.

Mißfelder ist momentan jüngstes Mitglied der Parteiführung. Der Bundestagsabgeordnete und außenpolitische Sprecher seiner Fraktion gehört seit 2008 dem CDU-Präsidium an. Im Herbst wird der 34-Jährige, der auch Schatzmeister des CDU-Landesverbandes NRW ist, aus Altersgründen den Vorsitz der Jungen Union abgeben.

Zuletzt hatte Mißfelder wegen seiner Teilnahme an einem Geburtstagsempfang für Altkanzler Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg Kritik innerhalb der Union auf sich gezogen.