Das Bundeskabinett hat die erste Stufe der Pflegereform gebilligt und damit umfassende Veränderungen in der Altenpflege beschlossen. Die Leistungen für Pflegebedürftige sollen verbessert werden, Familien, die Angehörige zu Hause pflegen,  mehr Unterstützung bekommen. Die Zahl der Betreuungskräfte in den Pflegeheimen soll aufgestockt werden: von 24.000 auf 45.000. Zugleich soll zum 1. Januar kommenden Jahres der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um zunächst 0,3 Prozentpunkte steigen. 

Teil der geplanten schwarz-roten Reform ist auch ein Versorgungsfonds, in den jährlich 1,2 Milliarden Euro für die geburtenstarken Jahrgänge fließen sollen, die um das Jahr 2030 die Pflegebedürftigkeit erreichen werden.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) rechtfertigte den Anstieg des Pflegebeitrags. "Die Menschlichkeit einer Gesellschaft muss sich auch darin zeigen, dass gute Pflege etwas wert ist", sagte der Minister am Morgen im ZDF. Durch den Anstieg des Beitragssatzes kommen etwa 3,6 Milliarden Euro mehr in die Pflegekasse. Mit dem Geld sollen sämtliche Leistungen der Pflegeversicherung um vier Prozent erhöht werden.

In der zweiten Stufe des Reformentwurfs, der bis zum Ende der Wahlperiode umgesetzt werden soll, sollen deutlich mehr Menschen Geld aus der Pflegeversicherung bekommen, vor allem Demenzkranke. Dann soll der Pflegebeitragssatz noch einmal um 0,2 Punkte steigen, was 2,4 Milliarden Euro bringt.

Nach dem Kabinettsentschluss beginnt das parlamentarische Verfahren in Bundestag und Bundesrat.