Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat Premierminister Recep Tayyip Erdoğan vor einer Polarisierung der in Deutschland lebenden Türken gewarnt. "Ich hoffe, dass er nichts sagt, was die Spaltung vorantreibt", sagte einer der neuen TGD-Vorsitzenden, Safter Çinar, dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Erdoğan will am 24. Mai vor Tausenden Anhängern in Köln sprechen. Die Türkei sei tief gespalten, sagte Çinar. "Wir müssen vermeiden, dass sich die unversöhnliche Atmosphäre auf die türkische Gesellschaft in Deutschland überträgt." Er kritisierte ein oft aggressives Auftreten des türkischen Ministerpräsidenten, der glaube, dass hinter den Protesten in seinem Land nicht unzufriedene Bürger sondern finstere Mächte steckten.

Erdoğan ist durch das Grubenunglück in Soma erneut massiv in die Kritik geraten. Während er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz sagte, solche Unglücke würden eben passieren, werfen ihm Opposition und Gewerkschaften vor, durch die Privatisierungspolitik seiner Partei AKP für die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in den türkischen Zechen mitverantwortlich zu sein.