Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 61 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Innenministeriums beantragten bis Ende Mai 62.600 Personen Asyl in Deutschland, 23.800 mehr als in den ersten fünf Monaten des Vorjahrs.

Allein aus Syrien kamen 10.000 Asylbewerber, im Vorjahr waren es 4.000. Die zweitmeisten Anträge stellten Serben, ihre Zahl stieg um 4.400 Anträge auf 7.800. An dritter Stelle kommen Asylbewerber aus Afghanistan, ihre Zahl stieg um knapp Eintausend auf 3.860. Die viert- und fünftgrößte Gruppe stellen Albaner und Mazedonier.

Im Mai waren die meisten der gestellten Asylanträge Erstanträge. 1.279 Bewerber stellten einen Folgeantrag. Einen Asylfolgeantrag kann stellen, wer in erster Instanz abgelehnt wurde. Änderte sich in der Zwischenzeit die Beweislage des Antragstellers, die Gesetzeslage des Bundes oder liegen sonstige Gründe zur Wiederaufnahme vor, können Asylbewerber dieses zweite Verfahren beginnen.

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten bis Freitag in Bonn, wie Deutschland mit Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien umgehen soll und wie die Kosten für Aufnahmeprogramme verteilt werden können.

Der Bundestag debattiert einen Gesetzesvorschlag der Koalition, nach dem die westlichen Balkanländer Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsstaaten eingestuft werden sollen. Dadurch bestünde künftig kein Asylrecht mehr für diese Länder. Schon jetzt liegt die Zahl der als schutzbedürftig anerkannten Personen vom Balkan unter einem Prozent.