Die Bundesregierung will Asylbewerber aus mehreren Balkanstaaten schneller in ihre Heimat zurückschicken. Die Liste der Staaten soll offenbar noch erweitert werden. Als sicheres Herkunftsland könnte bald auch Albanien gelten. "Wir denken darüber nach, ob möglicherweise noch Albanien als sicheres Herkunftsland angesehen werden kann", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Union, Michael Grosse-Brömer in Berlin. Als Grund nannte er den "gemeinsamen Wertekanon", den das Land als Nato-Mitglied teile. Demnach könne auch Montenegro in Betracht kommen.

Als sichere Herkunftsstaaten gelten Länder, in denen Menschen nicht mit politischer Verfolgungen oder anderen Formen  menschenunwürdiger Bestrafungen rechnen müssen. Durch eine solche Einstufung können Asylbewerber, die aus diesen Ländern nach Deutschland kommen, dorthin zurückgeschickt werden. Sie haben kaum eine Chance, als politisch Verfolgte anerkannt zu werden.

Nach einem Kabinettsbeschluss von Ende April gelten bereits die Balkanländer Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsländer. Ursprünglich wollte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) Albanien und Montenegro schon damals in die Liste aufnehmen. Die SPD hatte aber protestiert.

In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Asylbewerber in Deutschland stark angestiegen. Nach Angaben von Grosse-Brömer kommen etwa 25 Prozent von ihnen aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina, die nun als sichere Länder eingestuft werden.