Seine homophoben Aussagen haben Konsequenzen für den rheinland-pfälzischen CDU-Kommunalpolitiker Sven Heibel: Die CDU plant, ihm unter anderem seinen Posten als Vorsitzender des Gemeindeverbands Wallmerod im Westerwaldkreis zu entziehen. "Wenn er nicht selber Konsequenzen zieht, soll er aller seiner Ämter enthoben werden", sagte die Kreisvorsitzende Gabi Wieland. Ob Heibel seine Mitgliedschaft in der Partei verlieren wird, sei noch nicht entschieden. 

Beim Westerwaldkreis ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Heibel eingegangen, die nach Angaben eines Sprechers nun geprüft wird. Dabei soll die Frage geklärt werden, ob Heibel seine Äußerungen auf Facebook als Ortsbürgermeister von Herschbach (Oberwesterwald) oder als Privatmann veröffentlicht hat. Der CDU-Politiker muss sein Bürgermeisteramt allerdings ohnehin bald abgeben, da er bei der Kommunalwahl einem Herausforderer unterlegen ist.

Heibel hatte auf Facebook die Frage aufgeworfen, ob die Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität "ein Grund zum feiern sei" – und dafür von den Usern Entrüstung geerntet, später berichteten auch mehrere Medien über den Fall. Die rheinland-pfälzische CDU distanzierte sich, die Junge Union (JU) wählte Heibel aus dem Landesvorstand ab. Beide legten ihm einen Rücktritt nahe.

Auch der Grünen-Politiker Volker Beck beteiligte sich an der Debatte. Auf Twitter richtete sich Beck an den Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier: "Könnt Ihr nicht Äußerungen wie von Sven Heibel mit Rehabilitierung der 175er aus der Welt schaffen?" Beck bezieht sich damit auf den Paragraphen 175 StGB, der vor 20 Jahren abgeschafft wurde und die Strafbarkeit der Homosexualität geregelt hatte. Beck war einer der ersten Bundestagsabgeordneten, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten.