Die Existenzsicherung für arme Rentner kostet den Staat immer mehr. Das Bundesarbeitsministerium rechnet damit, dass die Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung von voraussichtlich 5,493 Milliarden Euro in diesem Jahr bis 2018 auf 7,154 Milliarden Euro steigen. Das ergibt sich laut Süddeutscher Zeitung aus der Aufstellung des Haushalts für 2014 und Antworten des Ministeriums auf Fragen der Linken-Bundestagsfraktion. Der Paritätische Wohlfahrtsverband rechnet damit, dass 2025 bereits jeder zehnte Rentner auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sein wird.

Ein Sprecher von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, dahinter stecke kein deutlicher Anstieg der Altersarmut. Hauptgrund sei vielmehr die steigende Zahl der Älteren in der Gesamtbevölkerung. Außerdem könnten sich die Kosten auch erhöhen, ohne dass die Zahl der armen Alten entsprechend zunehme – etwa, weil wegen steigender Mietpreise Unterkünfte teurer werden.

Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass immer mehr Ältere auch jenseits des gesetzlichen Rentenalters weiter arbeiten. Demnach gab es Ende Juni 2013 bundesweit 829.173 Minijobber über 65 Jahre, wie die Chemnitzer Freie Presse berichtet. Das waren knapp 36.000 mehr als ein Jahr zuvor – und sogar fast 270.000 mehr als 2003. Der Statistik zufolge waren knapp 137.000 Minijobber sogar älter als 74.

Auch die Zahl der Menschen ab 65 mit einer regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steigt demnach. Die Statistik weist 183.435 Beschäftigte und damit knapp 19.000 mehr als 2012 aus. Damit besetzt die Altersgruppe ab 65 – inklusive Minijobs – erstmals mehr als eine Million Arbeitsplätze. Nach Ansicht der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, arbeiten die meisten aber "nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter, sondern aus purer finanzieller Not".