Deutschland wird weitere 10.000 Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufnehmen. Darauf hätten sich Bund und Länder verständigt, hieß es aus Kreisen der Innenministerkonferenz (IMK) in Bonn.

Bereits vor der Konferenz hatten die Ministerien mehrerer Bundesländer angedeutet, dass sie bereit seien, weitere syrische Flüchtlinge aufzunehmen. "Ich werde mich dafür stark machen, dass wir gemeinsam noch mehr Flüchtlinge aufnehmen und dafür ein drittes Bundesprogramm aufgelegt wird", hatte der IMK-Vorsitzende, Nordrhein Westfalens Amtschef Ralf Jäger (SPD) gesagt.

Innenminister der Union hatten signalisiert, dass sie bereit seien, die Pläne mitzutragen. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte, es sei "eine moralische Verpflichtung", die humanitäre Katastrophe zu bewältigen. "Im Prinzip wären alle Bundesländer bereit, noch einmal ein Kontingent aufzunehmen, weil der dringende Bedarf gesehen wird", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

In einigen Bundesländern hatte die Zahl der Aufnahmeanträge syrischer Flüchtlinge Tausendfach über den Kapazitäten gelegen. Allein für Niedersachsen lägen knapp 8.000 Anträge vor, berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung im Februar. Vorgesehen sei dort, dass lediglich 329 Flüchtlinge aufgenommen würden. Damit liege die Zahl der Anträge um 2.400 Prozent über den Aufnahmemöglichkeiten. In Schleswig-Holstein liegen demnach 2.800 Prozent mehr Anträge vor als vorgesehen.