In der NRW-CDU sollen mehrere Mitglieder mit Migrationshintergrund mit der konservativen türkischen Gülen-Bewegung, islamistischen Organisationen wie Milli Görüș oder sogar mit Rechtsradikalen der Grauen Wölfe sympathisieren. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Milli Görüș und Graue Wölfe werden vom Verfassungsschutz beobachtet. 

"Die CDU ist grundsätzlich offen für Migranten, aber wir möchten keine Radikalen in der Partei haben", sagte Sylvia Pantel der WAZ. Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete hatte dem Bericht zufolge vergeblich versucht, auf dem Landesparteitag der CDU über einen Antrag abstimmen zu lassen, der im Verdachtsfall die Überprüfung von Parteimitgliedern ermöglichen sollte.

Jetzt schalteten Pantel, der frühere Landtagsabgeordnete Olaf Lehne und andere Christdemokraten die Bundes-CDU ein. "Wir sorgen uns, wenn Radikale versuchen, in demokratische Parteien zu gehen. Die Union braucht Instrumente, um sich davor zu schützen", sagte Bianca Seeger aus dem Bundesvorstand der Frauen-Union.

Der WAZ zufolge gibt es im Ruhrgebiet einige CDU-Politiker, die in sozialen Netzwerken antiamerikanische und israelfeindliche Karikaturen verbreiten. Auch würden sich einzelne offen zu den Grauen Wölfen bekennen. In Düsseldorf sei vor Kurzem ein Mann in die CDU aufgenommen worden, der Salafisten verteidigt habe. Zudem leite er einen Verband, dem Milli-Görüș-Anhänger angehören. Der Widerstand in der CDU gegen die Neuaufnahme des Mannes sei demnach groß gewesen.

Der Landesvorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums (DTF) der CDU, Bülent Arslan, räumte der Zeitung gegenüber ein, dass in der NRW-CDU "mit Sicherheit" einige Leute den Grauen Wölfen zuzurechnen seien. Diese hätten aber keinen großen Einfluss innerhalb der Partei. Es sei "unheimlich schwierig", die Extremisten aus der Partei auszuschließen. "Man muss konkrete Anhaltspunkte dafür haben, dass sie dieser Gruppe zuzuordnen sind. Es ist ein kompliziertes Verfahren", sagte Arslan.